Nominiert für den Deutschen Engagementpreis 2013
Projekte im Spotlight
Auf dieser Seite stellen wir Ihnen einige Nominierte des Deutschen Engagementpreises 2013 vor. Die Auswahl der präsentierten Projekte erfolgt zufällig und lässt keine Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Nominierten zu. Eine Darstellung aller Teilnehmer des Deutschen Engagementpreises 2013 finden Sie in dem rotierenden Element oben rechts auf dieser Seite.
Tierschutzverein: Streunerhilfe Bulgarien e.V.
Mai
![]() | Hinz&Kunzt gemeinnützige Verlags- und Vertriebs GmbH |
„Die Tätigkeit als Verkäufer des Magazins gibt den Betroffenen eine Struktur, eine Aufgabe, neues Selbstbewusstsein und vor allem Kontakt zu anderen Menschen.“
In Hamburg kennt sie fast jeder – seit 1993 gehören die meist obdach- und wohnungslosen Verkäufer des Straßenmagazins Hinz&Kunzt zum Hamburger Stadtbild. Die Idee von Hinz&Kunzt ist einfach: Obdachlose verkaufen auf der Straße ein Magazin, das viele Menschen ins Gespräch bringt und den Betroffenen die Möglichkeit gibt, einer Arbeit nachzugehen.
Hamburgs größtes Beschäftigungsprojekt für Obdachlose möchte den Betroffenen durch Hilfe zur Selbsthilfe neue Chancen einräumen und eine Perspektive geben. Fünfhundert Verkäufer sind im gesamten Stadtgebiet und im Hamburger Umland unterwegs. Neben dem finanziellen Anreiz bietet die Tätigkeit obdachlosen Menschen die Möglichkeit zur persönlichen Stabilisierung. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, da sie die Zeitung erst kaufen müssen, um sie dann weiterzuverkaufen. Als Verkäufer können sie zudem selbst bestimmen, wie lange sie jeden Tag auf der Straße ihre Tätigkeit ausüben möchten. Zudem bieten einige Obdachlose den alternativen Stadtrundgang „Nebenschauplätze“ durch Hamburg an, bei dem Interessierte Orte kennenlernen, die in keinem Reiseführer erwähnt werden. Damit wollen die Betroffenen Verständnis für ihre Lebenswelt wecken.
Das Straßenmagazin versteht sich als Lobby für sozial benachteiligte Menschen. Neben Sozialreportagen finden sich im Magazin Veranstaltungstipps, Hamburg-Geschichten und Verkäufer-Porträts. Bei Hinz&Kunzt erhalten die Obdachlosen darüber hinaus vielfältige Hilfestellungen durch zwei Sozialarbeiter. Viele hundert Verkäufer haben mit ihrer Unterstützung bereits eine Unterkunft gefunden. Die Hinz&Kunzt gemeinnützige Verlags- und Vertriebs GmbH leistet mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit und sorgt dafür, dass Obdachlose wieder einen festen Platz in der Gesellschaft finden.
Foto: Josh Feitelson
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor
Engagementbereich: Soziales
![]() | Anderes Sehen e. V. |
"Wir können nicht tatenlos zusehen, wie blinde Kinder in ihren Möglichkeiten unterschätzt und vernachlässigt werden. Darum wollen wir für alle blinden Kinder ein besseres Leben ermöglichen."
Ein selbstbestimmtes Leben führen zu können - das ist für die meisten blinden Menschen undenkbar. Ellen Schweizer und Steffen Zimmermann, Eltern eines blinden Kindes, wollten das nicht hinnehmen und haben international nach Lösungen gesucht. Dabei ist ein beachtliches Angebot an Maßnahmen entstanden, die notwendig sind, um blinden Kindern die Chance auf ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Mit ihrem Verein Anderes Sehen e.V. wollen die Initiatoren durch fortschrittliche Förderung vom ersten Lebensjahr an erreichen, dass blinde Menschen in Deutschland ein Leben ohne fremdbestimmte Grenzen führen können. Als erste Organisation in Deutschland vertreten die Initiatoren die Auffassung, dass blinde Kinder schon in den ersten vier Lebensjahren auf besondere Weise in Blindenstockgebrauch, Klicksonartechnik, Bildung und "Keine Grenzen"-Haltung gefördert werden müssen. Mit Erfolg wurden spezielle Blindenstöcke für Kleinkinder entwickelt, Bücher für blinde Kleinkinder herausgebracht und akustische Orientierung in der Frühförderung eingefordert.
Zudem ist Anderes Sehen e.V. der Initiator der Klicksonar-Methode in Deutschland, die vorher nicht unterrichtet wurde. Der Verein konnte bewirken, dass bereits über dreihundert Menschen in Deutschland und Österreich die Methode erlernt haben, mit deren Hilfe jeder Blinde ohne technische Hilfsmittel, nur mit einem scharfen Zungenklick, seine Umwelt in bis zu zweihundert Meter Umkreis anhand des zurückgeworfenen Echobildes schemenhaft wahrnehmen kann. Dies ermöglicht besonders die Orientierung auf Straßen und Plätzen, sowie großflächigen Zusammenhängen. Auch das Navigieren durch Hindernisse und Unterscheiden von Strukturen ist damit einfacher. Mit ihrem beeindruckenden Engagement sorgen Ellen Schweizer und Steffen Zimmermann dafür, dass ein selbstständiges Leben für blinde Menschen möglich wird.
Foto: Steffen Zimmermann & Ellen Schweizer, Anderes Sehen e. V.
Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor
Engagementbereich: Bildung, Soziales









