Nominiert für den Deutschen Engagementpreis 2014

Projekte im Spotlight

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Deutschen Engagementpreises 2014 vor. Die Auswahl der präsentierten Projekte erfolgt zufällig und lässt keine Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Nominierten zu. Eine Darstellung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Deutschen Engagementpreises 2014 finden Sie in dem rotierenden Element oben rechts auf dieser Seite.


Gerüchteküche – S-Hannover Stiftung

Gerüchteküche – S-Hannover Stiftung

"Es gilt, gute Projekte zu (er)finden, um Menschen im Alter zu unterstützen, ihre Grundbedürfnisse, die sich durch familiäre, berufliche, kulturelle und soziale Zusammenhänge stetig verändern, zu erspüren und zu erfüllen."

In unserem eigentlich so reichen und lebendigen Deutschland sehen sich viele ältere Menschen mit Einsamkeit, Altersarmut und Perspektivlosigkeit konfrontiert. Wie kann diese Situation verbessert werden? Eine gleichermaßen erfrischende und vorbildhafte Antwort auf diese Frage hat die S-HannoverStiftung gefunden. Eine kochbegeisterte Zustifterin - eine ältere Dame, die den Großteil ihres Arbeitslebens in einer Großkantine dafür gesorgt hatte, dass Menschen in geselliger Umgebung eine warme Mahlzeit bekamen - gibt den Impuls zu einem in Hannover einmaligen Projekt: eine Kochwerkstatt für Ältere und Koch-Auszubildende.

Monatlich findet sich eine Gruppe von Seniorinnen und Senioren zu einem Kochkurs zusammen. Unterstützt von Auszubildenden und angeleitet von erfahrenen Köchen entsteht die "Gerüchteküche". Sie ist viel mehr als eine Nachmittagsbeschäftigung: Sie führt Alte und Junge zusammen, sorgt für Gespräch und Austausch und vermittelt Wissenswertes über gesunde Ernährung, Kochen und Essen im Alter. Zudem erwerben die Auszubildenden neben praktischer Koch-Erfahrung wichtige soziale Kompetenzen. Die "Gerüchteküche" trägt ihr Erfolgsrezept bereits im Namen: durch das Zusammenarbeiten wieder in den Alltag hineinfinden, gemeinsam essen, sich austauschen oder einfach nur plaudern und so Interesse und Neugierde wiederentdecken. Die Teilnehmer arbeiten an der eigenen Geschicklichkeit, lernen Küchenweisheiten, gewinnen an Gaumenfreuden und teilen Glück und Sorgen der anderen Teilnehmenden. Das ist die vielleicht wichtigste Botschaft aus der "Gerüchteküche": es braucht eigentlich nicht viel, um dem Leben Sinn und Perspektive zu geben.

Die S-HannoverStiftung unterstützt vor allem soziale Projekte im Stadtgebiet Hannover, besonders die Seniorenarbeit wird gefördert. Die "Gerüchteküche" ist das erste operative Projekt der S-HannoverStiftung. Schnell hatte die Stiftung Unterstützer für die Idee gefunden, so dass ein gemeinschaftliches Projekt von Kochausbildern, Alten- und Pflegezentren und Stiftungen entstanden ist. Im Juli 2011 fand die "Gerüchteküche" das erste Mal statt. Die Begeisterung aller Beteiligten ist ansteckend, so dass inzwischen die Treffen auf vielfachen Wunsch der Teilnehmenden häufiger stattfinden.

Die "Gerüchteküchte" ist eine innovative Idee mit viel Zukunft. Zu Recht erhielt das Projekt daher 2012 den DAVID - den ersten Preis des Deutschen Sparkassen -und Giroverbandes für Stiftungsprojekte - und ist nun für den Deutschen Engagementpreis 2014 nominiert.

Foto: Helge Krückeberg

Preiskategorie: Schwerpunkt 2014: Miteinander der Generationen
Engagementbereich: Soziales

www.hannover-stiftung.de


Juli

JÄGER DIREKT Jäger Fischer GmbH & Co KGJÄGER DIREKT Jäger Fischer GmbH & Co KG

"Unser Unternehmen verbindet soziales Engagement mit der Möglichkeit, frühzeitig Talente zu entdecken und die Fachkräfte von morgen zu gewinnen. Nur mit Qualifizierung und hohen Bildungsstandards können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern."

Schule fertig und dann? Wie erlerne ich einen Beruf, der mir gefällt? Nach dem Schulabschluss stehen viele Schülerinnen und Schüler vor der entscheidenden Frage, wie es zukünftig für sie weitergehen soll. Perspektivlosigkeit und Überforderung gehen oft damit einher. Rund 1,44 Millionen Jugendliche zwischen 20 und 29 Jahren in Deutschland sind ohne Berufsausbildung. Den jungen Menschen droht ein Leben in der Erwerbslosigkeit oder in prekären Arbeitsverhältnissen. Gleichzeitig wird der Fachkräftemangel in vielen Branchen ein immer größeres Problem. Der südhessische Elektrotechnik-Hersteller JÄGER DIREKT will bei dieser gesellschaftlichen Entwicklung nicht tatenlos zusehen und engagiert sich seit vielen Jahren für eine bessere Zukunft von Kindern und Jugendlichen.

Verantwortung zu übernehmen gehört zum Selbstverständnis des Unternehmens: JÄGER DIREKT zeichnet sich insbesondere durch eine überdurchschnittliche Ausbildungsquote im Betrieb aus. Die individuelle Betreuung der Auszubildenden durch persönliche Paten sowie enge Partnerschaften mit den regionalen Schulen haben einen hohen Stellenwert in der Firma. Für die Auszubildenden des Unternehmens gilt zudem: Ab dem ersten Arbeitstag werden sie in das Lebensphasen-orientierte Konzept "gut drauf Leben von der Schulbank bis zum Ruhestand" eingebunden. Insbesondere die Förderung der eigenen Stärken steht hierbei im Mittelpunkt.

2003 startete das Unternehmen ein Projekt "Jobs für Jugendliche", das zur Konzeption der Talent Company führte ein mittlerweile bundesweit etabliertes Projekt der Strahlemann-Stiftung, zu deren maßgeblichen Initiatoren und Gründungsstiftern JÄGER DIREKT zählt. Erklärtes Ziel des Projektes ist es, gegen die Arbeitslosigkeit und Geringqualifizierung vorzugehen. Die Talent Company stärkt das Selbstwertgefühl junger Menschen und trägt dazu bei, die eigenen Fähigkeiten bewusst zu erkennen und zu nutzen. In einem Fachraum, der über alle Einrichtungen verfügt, die für die Vermittlung von beruflichen Themen notwendig sind, erhalten die Jugendlichen wichtige Informationen zur Berufswahl. In Workshops und simulierten Assessments wird Berufsorientierung vermittelt. Darüber hinaus haben Unternehmen in der Talent Company die Möglichkeit, sich und ihre Ausbildungsinhalte vorzustellen sowie offene Ausbildungsplätze anzubieten - nicht zuletzt auch JÄGER DIREKT.

Der Erfolg des Projektes kann sich sehen lassen: Über 80 Unternehmen sind dem Beispiel von JÄGER DIREKT gefolgt und Kooperationspartner an einem oder mehreren der Talent Company-Standorte geworden. So haben immer mehr junge Menschen die Möglichkeit, sich kompetent beraten zu lassen und berufliche Perspektiven zu entwickeln.

Foto: Pietro Sutera

Preiskategorie: Wirtschaft
Engagementbereich: Soziales

www.jaeger-direkt.com

Winfried Rusch – Naturschutzbund Coesfeld e.V.Winfried Rusch – Naturschutzbund Coesfeld e.V.

"Ich wünsche mir für die Zukunft, dass sich die Menschen noch mehr für den Erhalt ihrer Heimat interessieren. Dazu gehört auch die Kenntnis von Flora und Fauna. Außerdem hoffe ich, dass sich noch mehr Bürgerinnen und Bürger für ein Ehrenamt einsetzen."

Winfried Ruschs Heimat ist das schöne Münsterland in Nordrhein-Westfalen, hier zwischen Wasserburgen und alten Windmühlen fühlt er sich wohl. Und nicht nur er! Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit dem deutschlandweit größten Bestand an Steinkäuzen - etwa drei Viertel der kleinen Eulen lassen sich hier nieder. Im Kreis Coesfeld, wo Rusch zu Hause ist, sind es über 400 Paare. Das ist nicht selbstverständlich, sondern vor allem dem jahrelangen Engagement von Winfried Rusch zu verdanken.

1981 wurde auf seine Initiative hin der Naturschutzverband im Kreis Coesfeld gegründet, den er lange Jahre als zweiter Vorsitzender begleitete. Sein erstes Vereinsprojekt war das Artenschutzprogramm 'Steinkauz', da sich dessen Bestandsentwicklung durch den zunehmenden Rückgang an Weideflächen und Obstwiesen als äußerst kritisch abzeichnete. In Kooperation mit Eulenspezialisten und Landwirten stellte er an geeigneten Stellen selbst gebaute Nistkästen auf und begann mit der Bestandsaufnahme und -kontrolle. "Die Grundvoraussetzung für effektive Schutzmaßnahmen ist eine großflächige Bestandserfassung", so Winfried Rusch, "wir können die Vögel nur schützen, wenn wir wissen, wo es sie gibt und wie sich ihre Bestände entwickeln." Nach der Brutzeit Ende Mai ist Winfried Rusch daher mit der Kennzeichnung von bis zu 300 Steinkauzküken beschäftigt.

Seine über 30-jährige Erfahrung im Eulen- und Naturschutz teilt Winfried Rusch mit den ganz Kleinen. Jedes Jahr im Juni führt er Familien mit Kindern durch das Steinkauzrevier und erzählt Wissenswertes zum Lebensraum und zur Lebensweise der Vögel. Neben den Eulen sind schöne Gärten Winfried Ruschs große Leidenschaft. Er ist Initiator von 'Gärten in Westfalen öffnen ihre Pforten' und führte im letzten Jahr über 1.000 Besucher durch seinen naturnahen Rosengarten. Zudem arbeitet er in der Regionalgruppe Münsterland der Gesellschaft der Staudenfreude e.V. mit und beteiligt sich in verschiedenen Arbeitskreisen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Seine Eindrücke aus der Tier- und Pflanzenwelt teilt der Hobbyfotograf auf seiner Homepage.

Foto: Winfried Rusch

Preiskategorie: Einzelpersonen
Engagementbereich: Umwelt, Sonstiges

www.w-rusch.de/

Betreuerteam Asylbewerber – Gemeinschaftsunterkunft EbenhausenBetreuerteam Asylbewerber – Gemeinschaftsunterkunft Ebenhausen

„Ziel des Engagements ist es, Menschen, die aus verschiedenen Gründen ihre Heimat verlassen mussten, ein menschenwürdiges Dasein während des Asylverfahrens zu ermöglichen. Durch verschiedene Aktivitäten sollen die Voraussetzungen für eine bessere Integration in unser Gemeinwesen geschaffen werden.“

12 Familien, insgesamt 28 Erwachsene und 25 Kinder, leben zurzeit in der Gemeinschaftsunterkunft Ebenhausen in Unterfranken und warten dort auf den Ausgang ihres Asylverfahrens. Aus Syrien kommen sie und aus den Balkanstaaten, wo viele von ihnen im Krieg Schreckliches erlebt haben. Ein ehrenamtliches Betreuerteam bestehend aus circa 20 Personen, hat sich vorgenommen ihre Zeit in der Asylunterkunft so angenehm und würdevoll wie möglich zu gestalten.

Im November letzten Jahres schlossen sich die Freiwilligen zusammen und machten sich sofort an die Arbeit. Was benötigen die Asylsuchenden in ihren Unterkünften? Sehr individuell suchten sie für jede einzelne Familie Teppiche, Geschirr, Möbelstücke, Fernsehgeräte, Staubsauger, Spielsachen und Kleider aus und besorgten Fahrräder für Erwachsene und Kinder. Zusätzlich wurde ein Fahrdienst eingerichtet, der den Asylbewerberinnen und -bewerbern den Lebensmitteleinkauf ermöglicht oder den Besuch beim Rechtsanwalt, beim Arzt, bei der Ausländerbehörde, dem Jobcenter und anderer wichtiger Orte.

Für jedes Kind wurde ein Schul- beziehungsweise Kindergartenplatz organisiert. Um eine gute Eingliederung der Kinder in das deutsche Bildungssystem zu sichern, bieten zwei Mitglieder des Teams einmal in der Woche zusätzlichen Förderunterricht in der Grund- und Mittelschule an, auch eine Hausaufgabenbetreuung wurde eingerichtet. Ein weiteres Mitglied gibt für die Erwachsenen in der örtlichen Volkshochschule Deutschunterricht.

Von Anfang an waren die Begeisterung und die Einsatzbereitschaft aller Betreuerinnen und Betreuer sehr hoch. Im Betreuungsalltag stellte sich jedoch vieles als schwieriger heraus als vorher gedacht: Zum einen galt es Sprachbarrieren zu überwinden und sich bisher unbekannte Themen wie das Asyl- und Bleiberecht zu erschließen. Die intensive ehrenamtliche Betreuung und der Berufsalltag mussten unter einen Hut gebracht werden. Einige im Team stießen bald an die Grenze der Belastbarkeit. Externe Hilfe musste her. Seit April 2014 unterstützt eine Sozialbetreuerin des Caritasverbandes Bad Kissingen die Ehrenamtlichen an 2 Tagen pro Woche. Für die Zukunft ist das Betreuerteam der Gemeinschaftsunterkunft Ebenhausen jedoch auf zusätzliche Hilfe angewiesen, deshalb ist es ihr Ziel das Thema Asyl stärker in die Bevölkerung zu tragen, die Öffentlichkeit von der Relevanz ihres Engagements zu überzeugen und weitere Unterstützer zu gewinnen.

Foto: privat

Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor
Engagementbereich: Soziales, Bildung, Kultur, Sport, Sonstiges

Juni

DER HAFEN HILFT! e.V.DER HAFEN HILFT! e.V.

"Unser effektives Netzwerk repariert, renoviert, transportiert, stellt Sachmittel zur Verfügung und berät mit technischem Know-how, das Menschen in Not direkt hilft."

Anja van Eijsden, Fertigungsleiterin der Fa. Blohm + Voss Oiltools im Hamburger Hafen, kann fast alles gebrauchen, was an anderer Stelle keine Verwendung mehr findet. Gemeinsam mit anderen Mitarbeitern hat sie den Verein "DER HAFEN HILFT!" gegründet, der gemeinnützigen Trägern aus Hamburg dringend benötigte Sachspenden vermittelt und handwerkliche Hilfe leistet.

Die Unterstützung ist direkt und unbürokratisch: Die Hilfebedürftigen und die Helfer bzw. Spender finden per Mausklick zusammen. Auf der Internetseite des Vereins können die Menschen aus dem Hafen ihre Arbeitskraft anbieten, Personen ihre Sachspenden aufführen und soziale Einrichtungen ihren Bedarf an Sachmitteln anmelden. In der Rubrik "Gesuche" sucht eine Organisation beispielsweise ein Bett für eine Klientin, in einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderungen wird die technische Unterstützung für die Errichtung eines Bootssteges gebraucht. In der Rubrik "Angebote" finden sich ein Tintenstrahldrucker, Arbeitsstiefel und ein Multifunktionswerkzeug. Der Verein ermöglicht es, spontan, gezielt und in eigener Zeiteinteilung aktiv zu werden. Für die Männer und Frauen aus dem Hamburger Hafen ist das eine gute Möglichkeit, sich neben der Arbeit im Hafen sozial zu engagieren. Gemeinnützige Träger aus Hamburg in den Bereichen Senioren-, Familien, Behinderten- und Flüchtlingshilfe, deren Mittel nicht ausreichen, profitieren von diesem Engagement und den Überschüssen aus dem Hamburger Hafen.

Meistens fallen kleine Spenden an, die insbesondere von Einzelpersonen über die Internetseite angeboten werden. Hin und wieder hat der Verein aber auch einen dicken Fisch an der Angel: Bei großen Passagierschiffen sind häufig große Mengen an Möbeln und Gebrauchsgegenständen zur Entsorgung bestimmt. Vor wenigen Wochen erhielt der Verein eine Spende einer Mega-Yacht von über sechzig Computern, die an das Projekt Schulhafen der Stiftung Hoffnungsorte gingen, eine Weiterbildungsinstitution für Menschen mit Migrationshintergrund.

Immer mehr Unternehmen und Beschäftigte aus der Hafenwirtschaft schließen sich der Initiative DER HAFEN HILFT! an. Ihnen allen ist sowohl der Bedarf aus den sozialen Organisationen bekannt als auch der verantwortliche Umgang mit Ressourcen wichtig. Gemeinsam leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der sozialen Not in Hamburg.

Foto: privat

Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor
Engagementbereich: Soziales, Sonstiges

http://www.der-hafen-hilft.de/

Die häkelheldenDie häkelhelden

„Manchmal muss ein Mann einfach tun, was ein Mann tun muss – häkeln, zum Beispiel.“

Im Dienst halten sie im Hubschrauber Ausschau nach Vermissten oder Straftätern, nach Feierabend nach Nadeln und Garn. Tim Pittelkow und Carsten Krämer sind Kollegen bei der Polizeifliegerstaffel Düsseldorf, aber sie teilen auch ein Hobby – das Häkeln. Dies üben sie nicht nur zur Entspannung aus, sondern auch für den guten Zweck. Unter dem Motto „Helfen kann so lässig sein“ häkeln die beiden Mützen – stylish, in allen Farben und Formen – verkaufen sie online und spenden fünf Euro des Erlöses an den Weissen Ring e.V.

Wie kam es zu der außergewöhnlichen Idee? Obwohl die beiden sich bei der Polizei täglich für das Gemeinwohl engagieren, fehlten ihnen fassbare Ergebnisse. Als häkelhelden haben sie diese nun: fast 3000 Euro gingen dank ihres Handarbeitseinsatzes letztes Jahr an Opfer von Kriminalität und Gewalt. Die Nachfrage nach den selbstgehäkelten Mützen ist so groß, dass die häkelhelden sich für die Produktion bereits Hilfe holen mussten: Mit der JVA Düsseldorf als Partner, häkeln jetzt ein knappes Dutzend inhaftierter Männer für das Projekt und lernen so, dass nicht nur Arbeit, sondern auch soziales Engagement sich auszahlt. Des Weiteren geben die häkelnden Polizisten Workshops in Schulen und Kinderkliniken, um auch Kindern und Jugendlichen die kreative Handarbeit und das soziale Engagement näher zu bringen.

Vor ein paar Jahren hätten Tim Pittelkow und Carsten Krämer nie daran gedacht, wie weit sie dieses Häkelprojekt bringen würde. Gerade von anderen Kollegen wurden die beiden anfangs für ihr „weiches“ Hobby belächelt, jetzt bestellen auch sie Mützen bei ihnen. „Durch den Gegensatz unseres Berufes und der Handarbeit können wir Rollen-Klischees aufbrechen“, so die häkelhelden, „und unter Beweis stellen, dass man sich mit allem verwirklichen kann, was einem vorschwebt“.

Foto: © Die häkelhelden

Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor
Engagementbereich: Bildung, Soziales

die häkelhelden

Spielzeugmuseum KunsterbuntSpielzeugmuseum Kunsterbunt

„Wir finden es wichtig Dinge, die uns in der Kindheit zu dem gemacht haben, was wir heute sind, zu erhalten. Spielsachen sind das erste was der Mensch bekommt, im Umgang mit ihnen lernt er begreifen, soziales Verhalten, logisches Denken, manuelle Fähigkeiten.“

Alles begann mit einer Sammelleidenschaft – Nora Schmidtmeier fing schon als Kind an, erst Apfelsinenpapiere, dann Zuckerwürfel, schließlich Kaffeemühlen, Kochbücher und alte Küchengeräte zu sammeln. Die Begeisterung für altes Spielzeug entwickelte sie zusammen mit ihrem Mann Friedrich, mit dem sie die Sammelleidenschaft teilt. Nach einigen Jahren wurde die Spielzeugsammlung der Schmidtmeiers so umfangreich, dass sie auf die Idee kamen, ein eigenes Spielzeugmuseum zu eröffnen, um so auch der Öffentlichkeit ihre Schätze zugänglich zu machen. Zunächst nutzten sie dafür zwei Zimmer ihres eigenen Hauses, kurze Zeit später dann das gesamte Erdgeschoß. Das Spielzeugmuseum Kunsterbunt war geboren.

Inzwischen sind fast 25 Jahre vergangen – das Ehepaar Schmidtmeier hat in dieser Zeit unzählige Ausstellungen aufbereitet, ihren Bestand gepflegt und stetig erweitert. Leicht war es nicht immer, das Museum aus eigenen Mitteln zu tragen und passende  Räumlichkeiten für die wachsende Sammlung zu finden. Aber die Schmidtmeiers haben nie aufgegeben und führen noch heute gern durch die Ausstellungen, informieren über die Geschichte der Spielsachen und freuen sich über die glücklichen Gesichter der Besucherinnen und Besucher, wenn diese Relikten aus ihrer Kindheit und Jugend begegnen.

Nach einem letzten Umzug im Jahr 2009 findet man das Museum nun in Hasselbach im Hunsrück, im jetzigen Wohnhaus des Ehepaars, einem alten Schulhaus aus dem Jahr 1871. Im Sommer laden die Schmidtmeiers ihre Besucher auch in den 3.000 qm umfassenden Garten ein und vermitteln Wissenswertes zu Natur und Umwelt. In diesem Jahr fand ihr Museum in dem  Buch „111 Orte im Hunsrück, die man gesehen haben muss“ Erwähnung – ein Ansporn für die Schmidtmeiers weiter an ihrem Museum zu arbeiten. Ein großes Fest im nächsten Jahr anlässlich des 25. Jubiläums des Museums Kunsterbunt ist in Planung.


Foto: © Nora und Fritz Schmidtmeier

Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor
Engagementbereich: Bildung, Kultur, Umwelt

Spielzuegmuseum Kunsterbunt

Clemens Mulokozi – Jambo Bukoba e.V.Clemens Mulokozi – Jambo Bukoba e.V.

"Sport ist für uns das beste Mittel, um Kinder und Jugendliche in Tansania stark zu machen: für den oftmals schweren Alltag, für den verantwortungsvollen Umgang mit sich und anderen und für ihr ganzes Leben."

„Hallo Bukoba“ – so lässt sich der Name des Vereins, den Clemens Mulokozi im Jahr 2008 gegründet hat, ins Deutsche übersetzen. Kindern und Jugendlichen in der Region rund um die Stadt Bukoba im Nordwesten Tansanias durch Bildung, mehr Chancengleichheit und Aufklärung über HIV/AIDS ein besseres Leben zu ermöglichen, ist das Ziel von Jambo Bukoba e.V. und gleichzeitig Herzensangelegenheit von Clemens Mulokozi. Als Sohn eines tansanischen Vaters und einer deutschen Mutter verbrachte er einen Teil seiner Kindheit in Tansania und kennt so die Situation der jungen Menschen vor Ort.

Und die ist alarmierend: 60% aller neu mit HIV/AIDS Infizierten ist zwischen 15 und 24 Jahre alt – Mädchen sind besonders stark betroffen. Schulen fehlt es an gut ausgebildeten Lehrern und Unterrichtsmaterialien, oft sind schon Tische und Stühle Mangelware. Jedes fünfte Kind verlässt die Schule ohne Abschluss. Sport ist der Ansatzpunkt, von dem aus Jambo Bukoba e.V. versucht, die vielfältigen gesellschaftlichen Probleme anzugehen. Denn durch Sport gewinnen die Kinder Selbstvertrauen und lernen respektvoll miteinander umzugehen, was es wiederum erleichtert über das Tabu-Thema HIV/AIDS offen zu sprechen.

Die Projektleiter vor Ort bilden Sportlehrerinnen und -lehrer weiter, so dass sie HIV/AIDS-Aufklärung kindgerecht in den Schulalltag integrieren und besonders Mädchen in ihrer Entwicklung stärken. Die Eltern werden in das Projekt miteinbezogen und unterstützen es mittlerweile tatkräftig. Darüber hinaus nutzt der Verein Spenden, um Schulen zu renovieren und sie mit Sportmaterial auszustatten.
310.000 Grundschulkinder profitieren wöchentlich von dem Programm und es sollen noch mehr werden – denn Clemens Mulokozi plant, das Projekt auch auf andere Regionen Tansanias auszuweiten. Er hofft, dass Tansania das von Jambo Bukoba e.V. erarbeitete Konzept eines Tages in die nationale Sportlehrerausbildung übernimmt.


Foto: Jambo Bukoba e.V.

Preiskategorie: Einzelpersonen
Engagementbereich: Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Sport

http://www.jambobukoba.com

Mai

EUKOBA e.V. – GIPS Spielen und LernenEUKOBA e.V. – GIPS Spielen und Lernen

"Wenn wir dafür sorgen, dass die Gesellschaft ein möglichst reales Bild von Behinderung erhält, wird Inklusion besser gelingen. Sie ist ein Prozess, der Generationen überdauern wird, der aber heute gestartet werden muss."

Eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Diskriminierung - das ist die Vision des Europäischen Kompetenzzentrums für Barrierefreiheit (EUKOBA e.V.) aus der Region Maas-Rhein, das sich seit mehr als zehn Jahren für die Gestaltung und Sicherung einer barrierefreien Umwelt einsetzt. Mit dem Projekt GIPS1 Spielen und Lernen sensibilisiert der Verein Schülerinnen und Schüler für die Belange, Probleme und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen sowie von Seniorinnen und Senioren.

EUKOBA hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Umsetzung inklusiver Bildung insbesondere auf kommunaler Ebene zu fördern. Die StädteRegion Aachen hat daher im Dezember 2013 als eine der ersten Kommunen in Deutschland einen Inklusionsplan mit siebzig Maßnahmen verabschiedet. Eine davon ist die Einführung von geeigneten Sensibilisierungsmaßnahmen für die Belange von Personen mit Behinderung sowie von älteren Menschen. In dem Projekt GIPS Spielen und Lernen wird Jugendlichen durch ein spezielles Schulungsprogramm die Realität von Menschen mit Behinderungen näher gebracht. Spielerisch erleben die Schülerinnen und Schüler, wie es ist, mit einem Handicap zu leben. Im Mittelpunkt stehen die Selbsterfahrung und die persönliche Berührung mit den ehrenamtlichen Dozentinnen und Dozenten, bei denen es sich um Menschen mit Behinderungen oder ältere Personen handelt. Dieser meist erste Kontakt eröffnet den Jugendlichen eine völlig neue Sichtweise auf Behinderung und Alter.

Ziel des Projektes GIPS Spielen und Lernen ist es, Hemmungen bei Jugendlichen im Umgang mit Behinderungen abzubauen und das Bewusstsein darüber zu fördern, dass ein Zusammenleben aller Menschen in einer Gesellschaft ohne Vorurteile, Ausgrenzung und Barrieren von großer Bedeutung ist. Dem Verein ist es gelungen, das Projekt GIPS Spielen und Lernen an allen 31 Regelschulen in der StädteRegion Aachen dauerhaft einzuführen. Als Social Franchisegeber fördert EUKOBA zudem die Umsetzung von 250 GIPS-Teams im gesamten Bundesgebiet und damit die Replizierung eines sinnvollen Projektes. Der Verein sorgt mit seinem vorbildlichen Engagement dafür, dass Inklusion umgesetzt und gelebt wird.

Foto: EUKOBA e.V.

1 niederländisch: Gehandicapten Informatie Project Scholen

Preiskategorie: Gemeinnütziger Dritter Sektor, Schwerpunkt 2014: Miteinander der Generationen
Engagementbereich: Bildung, Engagementförderung, Soziales

http://www.eukoba.com/gips/gipsspiel/

Petra Fritsche – Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße FriedenauPetra Fritsche – Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße Friedenau

"Ein kleiner Stolperstein bewirkt, dass uns die Handlungen der Täter und Mitläufer deutlich werden, dass wir die langen Leidenswege der Opfer nachempfinden können und dass Kinder der Täter und der Opfer gemeinsam um einen Toten trauern – und das viele Tausend Mal."

Zusammen mit den anderen Mitgliedern der Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße verlegt Petra Fritsche in ihrer Nachbarschaft in Berlin-Friedenau vor den einstigen Wohnungen rassisch und politisch Verfolgter und Ermordeter Gedenksteine, die sogenannten Stolpersteine. 
Die Steine sollen die Erinnerung an ehemalige Nachbarn aufrechterhalten, die während des NS-Regimes durch Deportation oder Verfolgung brutal aus ihrem Alltag gerissen wurden. Auf den Stolpersteinen sind der jeweilige Name, das Geburtsjahr und das Deportationsdatum, der Todesort sowie das Todesdatum eingraviert. Dadurch, dass die Steine in den Gehweg eingelassen sind, man also buchstäblich über sie "stolpert", wird die Erinnerung in den eigenen Alltag miteinbezogen. Das von dem deutschen Künstler Gunter Demnig in den 90iger Jahren initiierte Stolperstein-Projekt hat sich inzwischen zum weltweit größten dezentralen Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus entwickelt.

Mit der Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße hat Petra Fritsche bis zum heutigen Tag 57 Stolpersteine und eine Stolperschwelle für die ehemalige Synagoge gelegt. Vor der feierlichen Verlegung recherchiert sie in den Archiven zu den Lebensläufen derjenigen, für die ein Stein gelegt werden soll, nimmt Kontakt zu Angehörigen und Nachfahren auf, lädt diese zur Zeremonie ein und betreut sie während ihres Aufenthalts. Außerdem übernimmt sie die Öffentlichkeitsarbeit der Initiative, gibt Interviews und hält Reden. Durch Vorträge und Präsentationen zu den Stolpersteinen in Vereinen, Kirchen, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen versucht sie ein Verbrechen, das in seinem Umfang unbegreiflich ist, begreifbar zu machen.

Petra Fritsches aktive Rolle bei der Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße hat ihr nicht nur Freunde eingebracht. Sie bekam anonyme Drohbriefe; die Stolpersteine in der Stierstraße wurden geschändet. Für Petra Fritsche ist dies umso mehr Ansporn, das Stolperstein-Projekt fortzuführen: "Die Angriffe, die im vorigen und diesem Jahr auf mich erfolgten, bestärken mich in meinem Engagement – zeigen sie doch, dass ein Teil unserer Gesellschaft auch 70 Jahre nach Beendigung der NS-Herrschaft keine Bereitschaft zeigt, sich mit den Verbrechen zu befassen und der Opfer zu gedenken."

Foto: privat

Preiskategorie: Einzelpersonen
Engagementbereich: Sonstiges

http:/www.petra-fritsche.de

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Werner Klostermann

Dieterskirchen

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