Aktuelle Ergebnisse der „Geben gibt.“-Jugendumfrage
Hohe Zufriedenheit durch klaren individuellen Mehrwert
Zweifelsohne hat das Engagement junger Menschen gesellschaftspolitisch einen signifikanten Stellenwert: Denn die Grundlagen für die Gestaltung eines engagierten und verantwortungsvollen Lebens werden bereits in Kindheit und Jugend gelegt. Wer sich schon früh engagiert, bleibt dem Bereich seines Engagements meist lebenslang verbunden. Auch aus diesem Grund hat die Kampagne „Geben gibt.“ sich 2010 mit zielgruppenspezifischen Mitmach-Angeboten und Kommunikationsmaßnahmen an die unter 27-Jährigen gewendet und ihr Engagement mit der diesjährigen Schwerpunktkategorie „Jugendengagement“ beim Deutschen Engagementpreis gesondert ausgezeichnet.
Über ein Drittel der Jugendlichen in Deutschland ist aktuell sozial oder gesellschaftlich engagiert. An diese Gruppe richtete sich die Online-Umfrage der Kampagne, in der 850 junge Menschen zu ihrem Engagement und damit verbundenen persönlichen Erfahrungen befragt wurden. Das zentrale Ergebnis ist ausgesprochen erfreulich: Mehr als zwei Drittel der freiwillig engagierten Jugendlichen (68 Prozent) sind mit ihrer Tätigkeit sehr zufrieden und wollen sich auch zukünftig engagieren (72 Prozent).
Was Geben Jugendlichen gibt
Dass freiwilliges Engagement nicht nur selbstlos ist, fördert die Umfrage deutlich zutage: 90 Prozent der Jugendlichen schätzen die Selbsterfahrung bei ihrer freiwilligen Tätigkeit, 81 Prozent den Kontakt zu netten Menschen, 79 Prozent den Kompetenz- und Wissenserwerb und 84 Prozent haben einfach Spaß an dem, was sie tun.
Freiwilligendienste im Trend – Parteipolitisches Engagement bildet das Schlusslicht
42 Prozent der befragten Jugendlichen absolvieren derzeitig ein FSJ oder FÖJ. Fast ebenso viele sind in Vereinen aktiv (41 Prozent). An Schulen und Universitäten engagieren sich 30 Prozent der Befragten, in Kirchen 18 Prozent. Verhältnismäßig wenig Jugendbeteiligung findet in politischen Parteien statt: nur 6 Prozent. Interessant ist in diesem Kontext, dass 70 Prozent der Befragten angeben, dass eigene Erlebnisse sie zum Engagement motiviert hätten, und nur 39 Prozent Familie und 45 Prozent Freunde als Beweggründe nennen. Aus der Engagementforschung kennt man hierzu andere Zahlen.
Mehr Anerkennung und Mitgestaltungsmöglichkeiten bitte!
Ein deutliches Manko ist für die Jugendlichen die mangelnde Anerkennung ihrer freiwilligen Tätigkeit: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der befragten Jugendlichen gaben an, nur teilweise Anerkennung für ihre Tätigkeit zu bekommen, 8 Prozent erfahren keine Anerkennung, obwohl es für eine große Mehrheit (84 Prozent) sehr wichtig ist. 60 Prozent bemängeln, dass sie nicht oder nur wenig in die Entscheidungen der Organisation einbezogen werden, in der sie aktiv sind. Ebenso viele möchten in ihrer Tätigkeit selbständiger entscheiden dürfen.
Probleme und Wünsche: Zeitmangel und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten
Wenngleich das freiwillige Engagement insgesamt sehr positiv bewertet wird, werden Probleme und Optimierungspotenziale benannt: 63 Prozent der Befragten würden sich die Zeit ihres freiwilligen Engagement gerne flexibler einteilen. Immerhin 59 Prozent haben Schwierigkeiten, ihr freiwilliges Engagement mit ihrer Haupttätigkeit (Schule, Ausbildung, Uni) zu vereinbaren. Und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten im Rahmen ihres unentgeltlichen Einsatzes wünschen sich gar 78 Prozent der Befragten.
Die grafisch aufbereiteten Ergebnisse der Jugendumfrage finden Sie hier.





