Ausgezeichnet

Durch kleine Dinge Großes Bewirken

Im Libanon leben 500.000 geflüchtete syrische Kinder ohne Zugang zu Bildung. Diese Generation wird das Land nach dem Krieg wieder aufbauen müssen, gleichzeitig wachsen viele dieser Kinder im Analphabetismus auf. Um ihnen mehr Chancen für die Zukunft zu geben, haben Eltern und Lehrenden der Tumblinger Grundschule in München im Februar 2016 den Verein Zeltschule e. V. gegründet. Für ihre hervorragende Arbeit gewann der Verein 2017 den Preis "Gutes Beispiel - Der Wettbewerb" vom Bayerischen Rundfunk. Dieser hat sie auch für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

Ihre Motivation entspringt einer logischen Schlussfolgerung, wie die Vorsitzende des Vereins, Jacqueline Flory, erklärt: "Wir wollten syrischen Geflüchteten nicht erst helfen, wenn sie durch eine lebensgefährliche Flucht vor den Toren Europas stehen, sondern in ihrer eigenen Region. Deswegen bauen wir direkt in den zahllosen Zeltstädten in der Bekaa-Ebene im Libanon an der syrischen Grenze Zeltschulen." Unterrichtet wird das syrische Curriculum von syrischen Lehrerinnen und Lehrern, die ebenfalls geflohen sind und in den jeweiligen Camps leben. Der Verein versorgt die Schulen mit Schulmaterialien und die Familien mit Lebensmitteln. Die erste Zeltschule wurde durch Spendenaktionen in der Tumblinger Schule komplett allein finanziert. Die deutschen Schulkinder haben Stoffrucksäcke bemalt und mit Material befüllt, die anschließend in den Libanon geschickt wurden. Mittlerweile unterstützen 15 weitere Schulen in ganz Bayern das Projekt, sodass innerhalb eines Jahres vier Zeltschulen mit insgesamt 800 Kindern in der Bekaa-Ebene im Libanon gebaut werden konnten sowie drei Kellerschulen in zerbombten Gebäuden in Homs.

Auch in Deutschland leistet der Verein neben Spendensammlungen wichtige Aufklärungsarbeit. Mit ihrem Projekt und Vorträgen an Schulen führen sie Schülerinnen und Schüler direkt vor Augen, dass sie sehr wohl etwas tun können. "Wir wollen vermitteln, dass niemand warten muss oder darf, bis die Politik, die Wirtschaft oder sonst wer aktiv wird. Für die deutschen Kinder machen wir diese Hilfe greifbar, indem wir ihnen Fotos aus Bekaa zeigen, auf denen sie direkt sehen, was sie mit ihrer Hilfe bewirkt haben und so politischen Gegebenheiten nie mehr machtlos gegenüber stehen", erklärt Jacqueline Flory. So werden die Schulkinder motiviert, sich zu engagieren und sich nicht auf einer "da kann man nichts tun"-Haltung auszuruhen.

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