Zwei Fragen an Hans Gerlach

Hans Gerlach (18 Jahre, links im Bild) ist Geschäftsführer der Schülerfirma Namaste Nepal, die finanzielle Mittel für Hilfsprojekte in Gati, Nepal erschließt. Namaste Nepal belegte im diesjährigen Online-Voting zum Publikumspreis den zweiten Platz.

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?

Durch meine zwei Besuche in Nepal kann ich aus erster Hand sagen, dass sich freiwilliges Engagement echt lohnt. Für mich bedeutet es, Menschen vor Ort und direkt zu helfen. Durch meine Arbeit in der Schülerfirma schaffe ich hierfür auch die Voraussetzungen. Mit meinem freiwilligen Engagement gebe ich nicht nur - was wir Schüler von unseren Freunden in Nepal zurückbekommen, ist mehr als materielle Werte. Freiwilliges Engagement funktioniert nicht mit spontanen Aktionen. Es ist oft ein langer Prozess, bis die ersten Ergebnisse sichtbar sind. Aber selbst aus Enttäuschungen kann man etwas lernen. Es ist wichtig, erst die Menschen und ihre Kultur zu verstehen, bevor man über die passende Hilfe nachdenkt. Als Geschäftsführer der Schülerfirma stehe ich oft in der Öffentlichkeit. Dabei habe ich den Anspruch, „ansteckend“ zu sein. Heutzutage ist Zeit ein kostbares Gut. Rumhängen oder langweilige Computerspiele sind nicht mein Ding. Mit Freunden Menschen zu helfen und etwas „Bleibendes“ zu schaffen, ist eine Chance, die man nutzen sollte. Es lohnt sich!  

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?

Wir sind Schüler, also wollen wir Voraussetzungen für eine gute Bildung in Gati schaffen. Unsere sozialen Projekte sollen Bestand haben, also nachhaltig sein. Seit zwei Jahren suchen wir nach möglichen Erwerbsquellen für die Dorfbevölkerung. Mit Hilfe zur Selbsthilfe wollen wir Rahmenbedingungen schaffen, um Schritt für Schritt den nepalesischen Anteil der Projektfinanzierung zu erhöhen. Wir wollen weitere Gymnasien für unseren Projektansatz gewinnen. Die Schülerfirma hat das Know-how, und die über 3.000 Gymnasien in Deutschland haben wohl genug Manpower.

Zwei Fragen an Rüdiger Barth  

Rüdiger Barth leitet das Kinderhospiz Balthasar, das als erstes Kinderhospiz Deutschlands ein „zweites Zuhause“ für Familien mit unheilbar erkrankten Kindern bietet. Im Online-Voting zum Publikumspreis erreichte das Kinderhospiz den dritten Platz.  

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?

Sich gemeinsam mit der Hilfe anderer Verbündeter mit allen unseren Möglichkeiten für die Menschen einzusetzen, die in Not sind. Freiwilliges Engagement ist gerade da unverzichtbar, wo öffentliche oder staatliche Hilfen nicht oder nur unzureichend greifen, wie zum Beispiel bei stationären Kinderhospizen. Nur etwa ein Drittel der Kosten werden übernommen, zwei Drittel kommen durch Spenden und freiwilliges Engagement, und das sind allein im Kinderhospiz Balthasar in Olpe über 1,2 Mio. Euro jedes Jahr. Einige Tausend Menschen engagieren sich, damit das gelingen kann. Neben den Spendern sind es auch ehrenamtliche Mitarbeiter, die dem Haus und damit den Familien ihre Zeit schenken und unverzichtbar sind. Aber auch die hauptamtlichen Mitarbeiter sind über ihre Arbeitszeit hinaus für die schwerkranken Kinder, die Eltern und Geschwister da.  

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?

Das Kinderhospiz ist ein „zweites Zuhause“ in einer Phase, die sicher zu den schwersten im Leben zählt: Das Kind stirbt vor seinen Eltern. Ziel der Arbeit ist es, die ganze Familie in dieser Zeit zu begleiten und aufzufangen bis zum Tod des Kindes und darüber hinaus. Es geht darum, die verbleibende Zeit – trotz allem – so schön und angenehm wie möglich zu gestalten. So ist Balthasar seit über 13 Jahren ein „Ort zum Leben und Lachen – Sterben und Trauern“ für viele hundert Familien geworden, dank dem Engagement vieler Menschen!  

Zwei Fragen an Ulrike Folkerts    

Die Schauspielerin Ulrike Folkerts ist Mitgründerin und stellvertretende Vorsitzende des Vereins kulturvoll e. V. Für die kulturelle Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher wurde sie für den Deutschen Engagementpreis nominiert.    

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?  

Freiwilliges Engagement bedeutet für mich, gemeinsam mit Hilfe von Verbündeten mit unseren Möglichkeiten, Fähigkeiten, Ideen und Visionen einen Beitrag in dieser Gesellschaft zu leisten, an einem Punkt, wo es viele Bedürftige gibt. Für uns sind dies in erster Linie Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Zusammenhängen. Kinderarmut ist in den letzten Jahren zunehmend ein Thema in unseren Nachrichten geworden. Kinder, die zu wenig zu Essen haben, zu wenig zum Anziehen, zu wenig Unterstützung von zu Hause für ihre persönliche Entwicklung, die gibt es hier bei uns und nicht mehr nur in Dritte Welt-Ländern. Das ist Grund genug, hier und jetzt etwas tun zu wollen, etwas abzugeben, etwas zu teilen, mitzuteilen, mit auf den Weg zu geben; Grund genug, um Fähigkeiten und Talente zu fördern, die in jedem Kind schlummern.    

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?  

Kulturelle Werte bilden das Fundament für eine intakte und lebendige Gesellschaft. Sie bieten den Menschen Orientierung, schaffen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Die frühzeitige Beschäftigung mit Kunst und Kultur stärkt individuelle Fähigkeiten, schafft Freiräume im Denken und stiftet Perspektiven für eine gelungene Lebensgestaltung. kulturvoll e.V. möchte mit seiner Arbeit einen Beitrag leisten, auch sozial benachteiligten jungen Menschen den Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen.  

Zwei Fragen an Manfred Baasner  

Manfred Baasner gründete als Arbeitsloser die Wattenscheider Tafel e. V., aus der die erste Kindertafel hervorging. Aus dieser Initiative entstand ein privat ehrenamtlich arbeitender Sozialkonzern mit über 400 Mitarbeitern. Für seinen vorbildlichen Einsatz wurde Manfred Baasner für den Deutschen Engagementpreis nominiert.  

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?

Ich möchte ein positives Beispiel geben für unsere vielfältige Gesellschaft, insbesondere für die junge Generation. Bevor ich vom Staat erwarte, dass er eingreift, suche ich in meinem Umfeld nach Wegen, wie ich selbst aktiv werden kann, indem ich auf Schwachstellen hinweise und versuche, diese abzuschaffen. Der Staat kann nicht alles regeln. Das ist nicht nur ehrenamtliches, sondern auch staatsbürgerliches Engagement. Der Staat kann nur funktionieren, und unsere Gesellschaft kann nur prosperieren, wenn die Bürgerinnen und Bürger sich beteiligen. Für mich bedeutet das, dass die, die helfen können, denen helfen, die Hilfe brauchen.    

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?

Ich möchte Verantwortung übernehmen und Menschen helfen. „Handeln ohne wegzusehen - für ein Leben miteinander!“ ist mein Lebensmotto. Wenn ich soziale Schieflagen in der Gesellschaft erkenne, möchte ich helfen, um diese zu beseitigen. Ich habe eine 13jährige Erfahrung darin, Menschen an sieben Tagen in der Woche mit eigenen großen und kleinen Hilfsprojekten auf vielen Gebieten zu helfen. Nach einer langen Krankheit weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn man an die Grenzen des eigenen Lebens gelangt. Mein Leben ist jetzt wieder ausgefüllt, indem ich mich durch die Arbeit in der Wattenscheider Tafel für andere und mit anderen zusammen engagiere. Mir gelingt es, immer mehr Menschen zu überzeugen, sich diesem Beispiel anzuschließen. So erlebe ich, dass es anderen durch die Arbeit der Tafel besser geht. Das ist ein Geschenk, das ich gerne mit anderen teile, damit es für meine Mitmenschen ein positives Beispiel ist. Durch diese Arbeit bin ich wieder ein Mensch geworden, der Vertrauen zu sich selbst und zu unserer Gesellschaft gefunden hat.  

Zwei Fragen an Silke Gramatzki-Wieczorek  

Silke Gramatzki-Wieczorek engagiert sich im Tierschutz. Sie gründete den Verein Verantwortung Leben e.V.  

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?

Die Tierschutzarbeit ist so etwas wie eine Berufung für mich geworden. Ich kämpfe gegen bestehende Missstände und engagiere mich aus tiefstem Herzen für die Tiere. Sicherlich verändert das Retten eines Tieres nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses Tier. Daran glaube ich und das ist mein Ansporn. Früher habe ich mich mit ganz anderen Dingen beschäftigt, mittlerweile weiß ich jedoch, worauf es für mich im Leben ankommt und wofür ich meine Zeit und Energie gerne aufwenden will.  

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?

Ich möchte dazu beitragen, Tieren einen besseren Stellenwert in unserem Leben und in der Gesellschaft zu geben. Wir helfen insbesondere den Tieren, die schon längst verlassen und vergessen sind, ob blind, taub oder dreibeinig. Jedes Leben zählt für uns. Dabei  fangen wir mit der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen an. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen, indem sie Tiere pflegen, füttern und in ihnen Freunde fürs Leben finden. Tiere haben eine positive Wirkung auf die Entwicklung von Kindern, denn Tiere nehmen ihnen häufig Stress, was in der heutigen Zeit ganz wichtig ist.

Zwei Fragen an Haymo G. Rethwisch

Haymo G. Rethwisch ist Gründer und Vorsitzender der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Stiftung widmet sich dem Schutz von Wildtieren und ihren natürlichen Lebensräumen.

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?

Verantwortung zu übernehmen und Dinge zu fördern, die einerseits denjenigen, die sich engagieren, Befriedigung verschaffen und gleichzeitig aber auch gesellschaftliche Bedeutung haben. Für uns bedeutet es ganz konkret, sich für die Bewahrung der Natur einzusetzen und der zunehmenden Naturentfremdung von Kindern und Jugendlichen entgegen zu wirken.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?

Wir möchten mit unserer Stiftung die heimische Natur schützen, wir wollen sie weiter entwickeln. In der Natur spielen für uns die Wildtiere eine besondere Rolle, weil sie etwas sind, von denen wir alle irgendwie, in jeder Form immer mal wieder profitieren. Alleine der Gesang der Vögel im Frühjahr oder auch im Sommer ist etwas, was sozusagen eine Wohlfahrtsleistung darstellt, die, wenn man die Sache genau betrachtet, nicht hoch genug bewerten kann.  Das Gleiche ist das Rauschen des Waldes oder das Rauschen des Meeres. Das sind alles Dinge der Natur, die uns quasi kostenlos zur Verfügung stehen und die für Seele und Geist der Menschen eine wichtige Rolle spielen.  

Titus Dittmann
Titus Dittmann

Zwei Fragen an Titus Dittmann

Der Unternehmer und Stifter unterstützt mit seiner Initiative "skate-aid" Kinder und Jugendliche in Afghanistan, Afrika und Deutschland

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?

Moment mal: Gibt es denn eigentlich „unfreiwilliges Engagement“? Engagement ist für mich immer freiwillig, selbstbestimmt und ohne Zwang. Nur so können wir Berge versetzen, Mauern in Köpfen und Herzen einreißen und die Welt ein Stück besser machen. Dazu gehört, dass ich voll hinter der Sache stehe, für die ich mich engagiere. Erst dann kann ich glaubwürdig und mit voller Energie an meinen Zielen arbeiten. Engagement ist oft mühsam. Du musst Rückschläge einstecken und im selben Moment nach vorne denken und handeln. Warum Menschen sich das antun? Weil selbst der kleinste Erfolg, die Veränderung zum Besseren es wert ist – und mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?

 
Ich muss gestehen, dass ich als Alt-68er lange Zeit ein schlechtes Gewissen hatte, als Unternehmer Profite zu machen. Das passte einfach nicht ins damalige Weltbild. Also habe ich mich von Anfang an für die Skateboard-Szene und Jugendliche eingesetzt. Ich wollte etwas zurückgeben. Nach 30 Jahren habe ich mich aus dem Skateboard-Business zurückgezogen. Und mit dem Engagement noch mal richtig durchgestartet. Ganz ohne schlechtes Gewissen. 2009 wurde die Titus Dittmann Stiftung gegründet. Mit der Initiative skate-aid unterstützen und initiieren wir national und international Projekte, die mittels des Skateboards humanitäre Hilfe leisten. Sei es in Afghanistan, Afrika oder auch in Deutschland. Es geht darum, Kindern und Jugendlichen in Kriegs- und Krisensituationen ein Stück Leichtigkeit und Freude zu geben. Wir wollen die Hoffnung auf vier Rollen bringen. In unserem 1. skate-aid Betonpark im afghanischen Karokh erleben wir das hautnah: Kinder, die sonst nichts zu lachen haben, sind außer sich vor Freude. Sie entdecken etwas ganz Eigenes, entwickeln Selbstvertrauen und Zuversicht – das stiftet Sinn und Identität. Und macht den Weg frei für neue Generationen, die neue Lösungen und Wege wagen. Das ist unser großes Ziel. Und wir sind auf einem guten Weg.

Hilde Rektorschek
Hilde Rektorschek

Zwei Fragen an Hilde Rektorschek

Hilde Rektorschek hat viele Ehrenämter. 2009 gründete sie die bundesweit erste Kulturloge in Marburg

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?

 

Freiwilliges Engagement bedeutet für mich, in Eigeninitiative dort tätig zu werden, wo Not am Mann ist, wo Menschen geholfen und ihrer Ausgrenzung entgegen gewirkt werden kann. „Behutsam – würdevoll – nachhaltig“, diese Devise gilt für mich sowohl für meine Tätigkeit bei den Hessischen Tafel wie auch bei der Kulturloge. Geprägt haben mich mein Elternhaus und die Zeit der Achtundsechziger, in der ich meine Jugend erlebte. Offenheit gegenüber gesellschaftlichen Fragen und Problemen, und nach und nach die Erkenntnis, dass man an Entscheidungsprozessen aktiv mitwirken und auch etwas bewegen kann, lösten mein mittlerweile 35-jähriges Engagement aus.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?
 
Während meiner Arbeit für die Marburger Tafel und die Hessische Tafel, deren stellvertretende Landesvorsitzende ich seit 4  Jahren bin, hatte ich oft Gelegenheit zum Gespräch mit Notleidenden. Immer wieder konnte ich hören, dass es nicht nur die materiellen Dinge sind, die vermisst werden, vielmehr sind es die Ausgrenzung aus der Gesellschaft, das Nicht-teilnehmen-Können an kulturellen Veranstaltungen, und der verwehrte Zugang zur Kunst, die die Betroffenen schmerzlich beklagen. Diese Gespräche ließen in mir die Idee reifen, die letztlich zur Gründung der ersten deutschen Kulturloge führte: Bei vielen kulturellen Veranstaltungen bleiben Plätze frei. Warum sollte man nicht diese Karten an Menschen mit geringem Einkommen weitergeben? Im Februar letzten Jahres gründete ich dann zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern die erste bundesweite Kulturloge in Marburg, deren 1. Vorsitzende ich bin.
Ich möchte auch in Zukunft bedürftigen Menschen, im Besonderen Familien mit Kindern, helfen können. Die soziale Ausgrenzung muss gemildert werden. Kindern darf durch fehlende Mittel nicht der Zugang zu Kunst und Kultur verschlossen bleiben.
Und schließlich ist es mein ganz großer Wunsch, viele neue Helfer zu finden und sie für meine Ideen zu begeistern!

Sara Nuru
Sara Nuru

Zwei Fragen an Sara Nuru

Das Model engagiert sich für „Generation ABC-2015 – Schüler für Schüler“ der Stiftung Menschen für Menschen

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Dich?

Als ich „Germany`s next Topmodel“ gewann, war das eine große Überraschung und tolle Erfahrung für mich: Ein riesiger Rummel war plötzlich um mich entstanden. Aber mal ehrlich – eigentlich hatte ich ja nichts wirklich Großartiges geleistet. Sich jedoch freiwillig für andere, manchmal vollkommen fremde Menschen, einzusetzen und nicht nur an seine eigenen Bedürfnisse zu denken – das ist etwas sehr Besonderes! Während meiner Äthiopienreise mit Menschen für Menschen im vergangenen Jahr konnte ich die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort mit eigenen Augen sehen. Da wurde mir klar, wie wichtig unser Einsatz für diejenigen ist, denen es nicht so gut geht wie uns. Meine Popularität kann ich dafür einsetzen, dass sich die Lebensbedingungen vor Ort verbessern. Das macht mich glücklich!

Welche Ziele verfolgst du mit deinem Engagement?

 
Ich engagiere mich für die Bildungsinitiative „Generation ABC-2015 – Schüler für Schüler“ der Stiftung Menschen für Menschen und verfolge vor allem zwei Ziele: Zunächst möchte ich natürlich die Bildungssituation in Äthiopien verbessern. Nach wie vor kann dort nicht einmal jedes zweite Kind eine Schule besuchen, häufig laufen die Kinder bis zu 20 km, um in einer heruntergekommenen Schule überhaupt ein wenig Bildung zu erhalten. Diese Situation muss sich ändern! Mein zweites Ziel ist es, Schüler hier in Deutschland auf die Situation in Äthiopien aufmerksam zu machen. Wir sind uns oft nicht bewusst, wie privilegiert wir leben und können uns die Umstände in Äthiopien einfach nicht vorstellen. Ich hoffe, dass ich durch mein Engagement Jugendliche in Deutschland dazu bringe, sich ein wenig mit der Situation in Äthiopien und der so dringend benötigten Hilfe auseinander zu setzten – denn wir, die jungen Menschen sind es, die unsere gemeinsame Zukunft ändern können!

Rosi Gollmann
Rosi Gollmann

Zwei Fragen an Rosi Gollmann

Rosi Gollmann ist Gründerin der Andheri-Hilfe Bonn e.V. und Vorsitzende der Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung

Was bedeutet Freiwilliges Engagement für Sie?

„Niemand lebt für sich allein!“
Als Achtzehnjährige stand mein Entschluss fest: Verzicht auf eine eigene Familie, um frei zu sein für eine soziale Aufgabe. Es folgte Einsatz in der Jugend- und Studentenarbeit in Randgebieten Bonns und in der Heimstattbewegung. Seit 50 Jahren gehört mein Leben den unterprivilegierten Menschen in Indien und Bangladesch. Beachtliches konnte dort durch unsere Andheri-Hilfe seit ihrer Gründung 1967 für Millionen der Ärmsten als gezielte "Hilfe zur Selbsthilfe" erreicht werden (z.B. ca. 1.300 000 Blindenoperationen in Bangladesch).
Ich bin nicht stolz auf die unerwartet großen Projekterfolge, aber sehr glücklich: Der Einsatz für Andere ist keine Einbahnstraße. Man erhält immer mehr zurück als man gibt. Ich selbst fühle mich durch mein Engagement reich beschenkt und möchte keinen Tag, keine Stunde meines gewiss nicht immer leichten Lebens missen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?

Hauptziele sind für mich: den Unterprivilegierten in Indien und Bangladesch zur Anerkennung ihrer Würde und ihrer Rechte zu verhelfen! Den Menschen nahe sein und Brücken bauen!
Zu den Kernzielen der Andheri-Hilfe gehört die Reduzierung sozialer Ungleichheit und Ungerechtigkeit für Not leidende Kinder und Jugendliche, für Blinde und Menschen mit anderen Behinderungen, für unterprivilegierte Frauen und an den Rand der Existenz getriebene Tagelöhner und Kleinstfarmer. Immer geht es um Projekte, die eine nachhaltige Entwicklung einleiten. Den Armen in Indien und Bangladesch werden keine westlichen Projekte übergestülpt. Gemeinsam mit ihnen werden immer wieder neue und wirkungsvolle Ansätze auf eine tragfähige Zukunft hin gesucht und eingesetzt. Ohne Mut zur Innovation gibt es keine wirksame Entwicklungszusammenarbeit. Die Menschen vor Ort müssen Träger ihrer eigenen Entwicklung sein.

Margit Leitz, Stiftungsvorstand, Louis Leitz Stiftung
Margit Leitz

Zwei Fragen an Margit Leitz

Margit Leitz ist Stiftungsvorstand der Louis Leitz Stiftung zur Förderung von Ausbildung und Arbeit.

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?

Als unser mittelständisches Familienunternehmen 1998 verkauft wurde, reifte der Wunsch, einen Teil unseres Glücks gemeinsam der Allgemeinheit zurück-zugeben. Daraus entstand drei Jahre später die Louis Leitz Stiftung mit 40 Stifterinnen und Stiftern, alle Mitglieder unserer weit verzweigten Familie. Losgelöst von wirtschaftlichen Zwängen - in Zusammenarbeit mit Partnern und in Kooperation mit anderen Stiftungen - versuchen wir Impulse zu geben, Zeichen zu setzen, Lösungen anzuschieben.
 „Einmischen ist die einzige Möglichkeit realistisch zu bleiben“ (Heinrich Böll) gefällt mir als Motto. In diesem Sinne empfinde ich auch mein persönliches Engagement für Flüchtlinge und Asylbewerber als eine Bereicherung. Es hilft mir, über den Tellerrand zu schauen, teilzunehmen und im Kleinen vielleicht zu Veränderung beizutragen mit dem Ziel, auch weniger privilegierten Menschen bessere und gerechtere Lebensbedingungen zu ermöglichen.
Ich wünsche mir darüber hinaus, dass unsere Kinder die Idee und den Auftrag unserer Gemeinschaftsstiftung bewahren und weiterentwickeln, denn das Mitwirken in einer Stiftung ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, soziale Verantwortung zu übernehmen und Zukunft mitzugestalten.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?

Wir wollen dazu beitragen, dass benachteiligte Menschen dank Bildung und Ausbildung die Chance bekommen, ihre Stärken zu entdecken, ihre Persönlichkeit zu entfalten und damit die Fähigkeiten entwickeln, sich eigenverantwortlich und aktiv am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Deswegen unterstützen wir beispielhafte Bildungs- und Ausbildungsprojekte mit dem Ziel, sie mittelfristig in die Selbständigkeit zu entlassen – eine schwierige und oft fast unmögliche Aufgabe. Zusammen mit engagierten Partnern ist dies zum Beispiel beim Peer-Mentoring Projekt für Hauptschüler Freunde schaffen Erfolg an 10 Stuttgarter Schulen gelungen. Auch durch kleine Anschub-Finanzierungen für neuartige und gute Initiativen wollen wir motivierend deren Umsetzung unterstützen und so das Bewusstsein für notwendige gesellschaftliche Fragestellungen und Aufgaben stärken.

Jennifer Klein, Girls For Plan Stiftung
Jennifer Klein

Zwei Fragen an Jennifer Klein

Jennifer Klein hat gemeinsam mit Mitschülern die "Girls for Plan Stiftung" gegründet, um sich für die Umsetzung der Kinderrechte stark zu machen

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie/Dich?

Es ist mir wichtig, mich für Menschen einzusetzen, die unter schwierigen Bedingungen leben müssen. Einen Teil meiner Freizeit für andere zu geben hilft aber nicht nur ihnen, sondern tut auch mir selbst gut: In meinem gesamten Leben habe ich noch nie so viel gelernt wie in der Zeit seit unserer Stiftungsgründung. Einerseits habe ich als Leiterin administrative Aufgaben wie zum Beispiel Genehmigungen beantragen und Banken anschreiben. Auch organisatorisch habe ich mich weiter entwickelt und viel dazu gelernt. Auf der anderen Seite habe ich auch viel über die Moral einer Gruppe gelernt und darüber, wie man diese leitet. Man baut durch die Arbeit in einem Team viele soziale Kompetenzen auf, die auch wichtig für den Alltag sind. Kurz: Das Engagement in unserer Stiftung hat mich persönlich sehr weitergebracht und mich gelehrt, Dinge mit anderen Augen zu sehen.

Welche Ziele verfolgen Sie/verfolgst Du mit Ihrem / Deinem Engagement?

Mit unserer „Girls For Plan Stiftung“ wollen wir eine Welt mitgestalten, in der Kinder, junge Erwachsene und ihre Familien keine Armut erleiden, sich gesund entwickeln und frei entfalten können. Eine Welt, in der sie mit Würde und Respekt behandelt werden. Insbesondere soll die Stiftung Mädchen in Afrika vor der Praktik weiblicher Genitalverstümmelung schützen. Daher fördern wir  Projekte der Kinderhilfsorganisation Plan International, die Mädchen, ihre Familien und die Gemeinden darin bestärken, die Kinderrechte umzusetzen und dazu beitragen, dass Mädchen und Jungen gleichberechtigt aufwachsen und sich entfalten können. Und nicht zuletzt wollen wir anderen Jugendlichen zeigen, dass es auch Spaß machen kann sich zu engagieren und selbst etwas zu bewegen.

Holger Klukas
Holger Klukas

Zwei Fragen an Holger Klukas

Holger Klukas ist ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Gallin-Kuppentin in Mecklenburg-Vorpommern. 

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?  

Für mich bedeutet freiwilliges Engagement, mich aktiv für das Wohl von Menschen in meinem direkten Umfeld einzusetzen. In meiner Jugend habe ich schon gelernt, dass es wichtig ist, auch den „Nachbarn“ mitzunehmen. Ich kann nicht tolerieren, dass es einige wenige gibt, die es sich auf Kosten der Gesellschaft, vielleicht weil sie mit einem „Goldenen Löffel“ geboren wurden,  gut gehen lassen und dass fleißige,  strebsame, ehrliche und gutmütige Menschen von diesen Leuten vielfach missbraucht werden. Ich bin nicht gläubig, aber der Meinung, dass Frieden, Toleranz, Achtung vor der Natur und der Wille zur Entwicklung wichtigere Ziele im Leben sind als das Mehren von Besitz. Bei der Verbesserung der Lebensumstände in meinem direkten Lebensumfeld aktiv mitzuarbeiten, das ist mir ein wichtiges Anliegen.  

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?  

Zu selten gibt es auf dieser Welt Gerechtigkeit. Das habe auch ich bitter erfahren müssen. Um diesen Missstand auszugleichen, und wenn auch nur ein Stückchen, möchte ich mich engagieren. „Ehrenamtler“ sind frei von politischen, moralischen, finanziellen  und sonstigen Zwängen. „Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe…“ Dahinter steht leider eine große Wahrheit. Meine Intention ist es, mein direktes Umfeld auf verschiedenen Gebieten positiv zu verändern. Als ehrenamtlicher Bürgermeister sind alle anfallenden kommunalen Probleme Bestandteil meiner Tätigkeit. Dazu gehören zum Beispiel Betreuung von Senioren, Kontaktpflege mit Wirtschaftsunternehmen, Grundstücksangelegenheiten, Information der Bürger, Kinderbetreuung, Baumaßnahmen und vieles mehr. Ich  bin für die „kleinen“ Sorgen der Bürger genauso da wie für die Festlegung der Strategie der Gemeindeentwicklung. Eine besondere Herausforderung liegt derzeit in der Entwicklung unserer Gemeinde zu „Bioenergiedörfern“. Wir sind im Prozess der Vorbereitung und Information der Bürger. Ich sehe das als große Herausforderung, denn dieser Prozess erfordert Verständnis jedes Einzelnen und viel Aufklärungsarbeit.    

Als Hartz IV-Empfänger traf Holger Klukas auf gravierende Schwierigkeiten mit der ARGE im Zusammenhang mit der Aufwandsentschädigung, die ihm für seine ehrenamtliche Tätigkeit als Bürgermeister zur Verfügung gestellt wird. In der Schweriner Volkszeitung wurde sein Problem bereits intensiv thematisiert. Mehr

Otmar Heirich
Otmar Heirich

Zwei Fragen an Otmar Heirich

Otmar Heirich ist Oberbürgermeister der Stadt Nürtingen in Baden-Württemberg. Die Bürgerkommune Nürtingen gehörte zu den Preisträgern des Deutschen Engagementpreises 2009.

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?

Freiwilliges Engagement hat für mich und Nürtingen eine sehr große Bedeutung. Nahezu 50 Prozent unserer Einwohner bringen ihre Fähigkeiten zum Nutzen aller ein und haben wesentlichen Anteil daran, unsere Bürgerkommune voranzubringen. Bei uns werden Betroffene zu Experten gemacht. Die Forenarbeit, wie beispielsweise die des Forums Sicheres Nürtingen oder des Forums Interkulturell, haben wir erst kürzlich in unserer Geschäftsordnung verankert. Je früher Bürger an Entscheidungen beteiligt werden, desto transparenter wird Kommunalpolitik und desto größer auch die Akzeptanz für Entscheidungen. Wer sich in seiner Kommune engagiert, identifiziert sich auch ganz stark mit ihr und solche Bürger brauchen wir in Zeiten, in denen die Gesellschaft auseinanderzudriften droht.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?

Wir machen uns gemeinsam mit anderen Kommunen in Deutschland auf den Weg zur Bürgerkommune. Das Zusammenwirken von Bürgern, Politik, Verwaltung und Wirtschaft schafft ein Klima der guten Gemeinschaft, mit dem wir den großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft gerecht werden wollen. Die Veränderungen im Altersaufbau und das Zusammenleben verschiedenster Kulturen machen es mehr denn je notwendig, Bürger mit all ihren Fähigkeiten und Talenten als Koproduzenten auf Augenhöhe gesellschaftlich zu beteiligen – und daran arbeiten wir. Die Vision Bürgerkommune rückt täglich näher. Es dreht sich nicht mehr nur um ein bisschen Ehrenamt, sondern um eine Bewegung, bei der in Deutschland bereits über 23 Millionen Menschen mitmachen.  

Peter Krämer
Peter Krämer

Zwei Fragen an Peter Krämer

Peter Krämer ist Hamburger Reeder und Initiator des Projektes „Schulen für Afrika“.

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?
Freiwilliges Engagement ist für mich mitreden und einmischen: Politik ist nicht Sache allein von Regierungen, die für uns die Politik machen, sondern wir machen selber Politik. Jeder einzelne hat die Chance, Themen zu setzen und in die Öffentlichkeit zu bringen. Ich sehe es als Pflicht, Missstände zu thematisieren und sich dafür einzusetzen, sie zu verbessern.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?
Unser konkretes Ziel ist es, bis zum Jahr 2015 jedem afrikanischen Kind einen Platz in der Schule zu ermöglichen. Denn Bildung ist die erste Grundvoraussetzung zur Demokratie, der Schlüssel für jede Form von Wohlstand und wirtschaftlichem Wachstum und das beste Mittel im Kampf gegen Krankheiten. Wir geben inzwischen weltweit für Rüstungsausgaben rund 1.100 Milliarden US-Dollar jährlich aus. Für einen Bruchteil von diesem Betrag kann jedes Kind auf der Welt zur Grundschule gehen. Es fehlt nur der politische Wille. Das heißt, das Millenniums-Entwicklungsziel ist sehr realistisch, wir müssen uns nur entscheiden.

Hinter „Schulen für Afrika“ stehen drei starke Partner: der Initiator Peter Krämer und seine Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts, UNICEF sowie Schirmherr Nelson Mandela und seine Stiftung. Mehr zum Projekt unter: www.schulenfuerafrika.de

Anna Vikky
Anna Vikky

Zwei Fragen an Anna Vikky

Anna Vikky ist Studentin der Zahnmedizin und Mitbegründerin der Organisation 2aid.org.

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Dich?
Wir haben in Deutschland einen hohen Lebensstandard, der für den Großteil der Menschen auf dieser Erde leider nicht selbstverständlich ist. Unsere materiellen und zeitlichen Ressourcen sollten wir für diejenigen einsetzen, die Hilfe brauchen. Kurz: Wer Spass am Leben hat, kann sich auch engagieren. Via Internet können Engagierte heute binnen von Sekunden eine breite Öffentlichkeit erreichen und Mitstreiter mobilisieren. Dies ist eine ideale Basis, um die breite Öffentlichkeit noch stärker für freiwilliges Engagement zu begeistern.

Welches Ziel verfolgst Du mit Deinem Engagement?
Mit der Arbeit von 2aid.org möchten wir zunächst Aufmerksamkeit gewinnen: Unser aktuelles Projektthema ist Wasser – fast eine Milliarde Menschen auf der Welt hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser! Wir setzen aber auch selbst Projekte um und werben dafür um Spenden: Derzeit bauen wir in zwei Gemeinden in Uganda mit einer lokalen Partnerorganisation Brunnen, um dort die Entfernung zu sauberen Trinkwasserquellen auf eine maximale Distanz von einem Kilometer zu reduzieren. Außerdem möchten wir mit 2aid.org jedem eine Möglichkeit bieten, sich von seinem gewohnten Umfeld aus zu engagieren.

Dr. Margot Käßmann
Dr. Margot Käßmann

Zwei Fragen an Margot Käßmann

Dr. Margot Käßmann ist evangelisch-lutherische Theologin und Pastorin

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?
Allein in meiner Landeskirche mit ihren knapp drei Millionen Kirchenmitgliedern sind mehr als hunderttausend Menschen ehrenamtlich tätig. Sie engagieren sich in Besuchsdienstkreisen, lesen Kindern vor, backen Kuchen für Gruppen und Kreise, organisieren Feste, übernehmen Gottesdienste und vieles mehr. Ohne dieses freiwillige Engagement wäre kirchliches Leben nicht denkbar!

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?
Als Landesbischöfin kann ich mein eigenes Tun nicht in hauptamtlich und ehrenamtlich unterscheiden. Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich meinen Beruf als Berufung empfinde und da ist das Ziel klar: Gott und den Menschen zu dienen.

Monika Beil
Monika Beil

Zwei Fragen an Monika Beil

Monika Beil ist Diözesanleiterin der Katholischen Jungen Gemeinde München und Freising.

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?
Freiwilliges Engagement füllt unseren Verband erst mit Leben. Gäbe es die Kinder und Jugendlichen nicht, die sich einsetzen, wäre die kjg nicht das, was sie ist – sie wäre ein »leerer« Verband. Durch dieses Miteinander können wir Spaß am Leben sowie uns wichtige Grundwerte vermitteln. Wir geben Freude und bekommen Dankbarkeit zurück.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement?
In erster Linie wollen wir Kindern und Jugendlichen eine Stimme und ein Zuhause geben. Momentan konzentriert sich unsere Arbeit besonders auf benachteiligte junge Menschen. In Kürze starten wir mit der Vorbereitung unserer »Schultütenaktion« – eine Aktion, um die Grundausstattung von Erstklässlern zu sichern. Unser Name ist Programm: K für katholisch – jungen Menschen den Glauben nahebringen. J für jung – wir setzen uns für junge Menschen ein.
G wie Gemeinschaft – eine wichtige Grundlage unseres Handelns.

Michael Stich

Zwei Fragen an Michael Stich

Der Tennisprofi hat 1994 seine Stiftung für HIV-infizierte Kinder gegründet

Was bedeutet frewilliges Engagement für Sie?
Es ist ein Fundament unserer Gesellschaft. Viele Bereiche, wie Sport oder soziale Einrichtungen, würden ohne nicht funktionieren. Ich engagiere mich, weil ich viel Glück gehabt habe und der Gesellschaft etwas zurückgeben möchte. Mir gibt das Geben ein Gefühl von Zufriedenheit, von Ausgeglichenheit. Im Grunde ist es ein Kreislauf: Wer gibt, bekommt immer etwas zurück.

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Stiftung?
Wir wollen HIV-infizierten Kindern ein Lachen schenken. Deshalb erfüllen wir ihre kleinen persönlichen Wünsche. Zudem betreiben wir Aufklärung und Prävention im Bereich HIV und AIDS, zum Beispiel mit Fachkongressen, Seminaren und einem Schulprojekt. Bislang haben wir mehr als drei Millionen Euro an die betroffenen Kinder weitergeben können.

Christiane Edler, Sozialpädagogin

Zwei Fragen an Christiane Edler

Die Sozialpädagogin hat im Jahr 2007 das ambulante Kinderhospiz "Berliner Herz" gegründet

Was bedeutet freiwilliges Engagement für Sie?
Nur durch freiwilliges Engagement können Einrichtungen wie Kinderhospize überhaupt existieren. Viele unserer Helfer sehen ihre Tätigkeit als ein Geben und Nehmen. Sie schenken den Familien Zeit und Kompetenz. Dafür erhalten sie Zufriedenheit, Dankbarkeit und Vertrauen.

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Einrichtung?
Das ambulante Kinderhospiz »Berliner Herz« unterstützt Familien mit schwer oder lebensbedrohlich erkrankten Kindern. Ausgebildete Familienbegleiter entlasten die Eltern, indem sie zum Beispiel die Kinder zeitweise betreuen oder Behördengänge koordinieren. Diese Familien fühlen sich oft allein gelassen oder überfordert. Durch uns erhalten alle Familienmitglieder mehr Raum, Zeit und Kraft in ihrem Leben. Mittlerweile arbeiten 100 Familienbegleiter in 100 Familien – ehrenamtlich.

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