Preisverleihung 2015

AUSGEZEICHNET ENGAGIERT! Sieben Preisträgerinnen und Preisträger geehrt

Bildergalerie der Preisverleihung

Foto: Marc Darchinger
Alle Preisträger, Laudatoren und Künstler 2015
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Deutsches Theater
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Ensemble Too Paradise
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Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
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DAMF - Deutschkurse Asyl Migration Flucht mit Laudatorin Manuela Schwesig und Moderatorin Gabi Bauer
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Moderatorin Gabi Bauer
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Blockflötist Gabor Vosteen
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Laudatorin Dr. Brigitte Mohn
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Perspektiva gGmbH mit Dr. Brigitte Mohn, Gabi Bauer und Ausrichter des PHINEO Wirkt-Siegels, Dr. Andreas Rickert
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Kabarettist ALFONS
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Publikum
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Laudator Sebastian Turner
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Grand méchant loup I Böser Wolf e. V. mit Laudator Sebastian Turner
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Gespräch der Moderatorin mit Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie und Dietmar Meister, Aufsichtsratsvorsitzender der Generali Deutschland AG
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Seilartist Jakob Vonau
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Laudatorin Teresa Enke
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Youth-Life-Line mit Laudatorin Teresa Enke und Ausrichterin der HelferHerzen von dm, Daiga-Patricia Klang
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Gambistin Sarah Perl
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Laudatorin Prof. Dr. Gesine Schwan
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Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. mit Laudatorin Prof. Dr. Gesine Schwan
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Sängerin Saskia von Winterfeld
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Laudator Jonas Pawelski
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WERKSTATT DER GENERATIONEN mit Jonas Pawelski, Gabi Bauer und Ausrichterin des Deutschen Alterspreises, Dr. Bernadette Klapper
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Das Essener Gitarrenduo und Flamencotänzerin Irina Castillo
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Laudator Dieter Hallervorden
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Kinder- und Jugendcircus Blamage e. V. mit Laudator Dieter Hallervorden und Ausrichter des Bürgerpreises des Bayerischen Landtags, Oliver Jörg
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Preisträger Kinder- und Jugendcircus Blamage
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Die Preisträger nach der Preisverleihung
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Empfang
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Die "Bösen Wölfe" in Aktion
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Empfang
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Christian Kipper von der Deutschen Fernsehlotterie, Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Dietmar Meister von Generali Deutschland
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Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. mit Manuela Schwesig, Prof. Dr. Gesine Schwan, Christian Kipper und Dietmar Meister
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Perspektiva gGmbH mit Dr. Brigitte Mohn, Manuela Schwesig, Christian Kipper und Dietmar Meister
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WERKSTATT DER GENERATIONEN mit Manuela Schwesig, Christian Kipper, Jonas Pawelski und Dietmar Meister
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Grand méchant loup I Böser Wolf e. V. mit Manuela Schwesig, Christian Kipper und Dietmar Meister
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Youth-Life-Line mit Teresa Enke, Manuela Schwesig, Christian Kipper und Dietmar Meister
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Preisträger des Sonderpreises "Willkommenskultur gestalten": DAMF -Deutschkurse Asyl Migration Flucht mit Manuela Schwesig, Dietmar Meister und Christian Kipper

Der Deutsche Engagementpreis 2015 fand seinen Höhepunkt in der festlichen Preisverleihung am 8. Dezember in Berlin: Rund 500 geladene Gäste, davon zahlreiche Engagierte, Ausrichter von Engagementpreisen sowie prominente Laudatorinnen und Laudatoren, feierten im Deutschen Theater Berlin die Gewinnerinnen und Gewinner des Deutschen Engagementpreises. Das Bündnis für Gemeinnützigkeit zeichnete in diesem Jahr sieben Projekte für ihr herausragendes Engagement aus. Die Moderatorin Gabi Bauer begleitete die Gäste durch den Abend. Das Ensemble Too Paradise untermalte die Auftritte der Preisträger musikalisch.

Mit dem neuen Wettbewerbskonzept des Deutschen Engagementpreises wurden in diesem Jahr diejenigen mit auf die Bühne geholt, die die Preisträgerinnen und Preisträger für den Deutschen Engagementpreis nominiert hatten: Die Ausrichter verschiedener Engagementpreise.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hielt die Eröffnungsrede und sprach allen Engagierten ihre Anerkennung und ihren Dank aus. "Wer freiwillig etwas für andere tut und wer hilft, wo Hilfe gebraucht wird, trägt dazu bei, dass unsere Gesellschaft lebenswert bleibt", betonte die Ministerin in ihrer Rede.

Sonderpreis 2015 "Willkommenskultur gestalten"

Foto: Marc Darchinger

Manuela Schwesig machte zudem auf die zahlreichen engagierten Personen und Projekte aufmerksam, die geflüchtete Menschen in Deutschland unterstützen. Sie zeichnete den Gewinner des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgelobten Sonderpreises 2015 Willkommenskultur gestalten aus. Die Initiative DAMF -Deutschkurse Asyl Migration Flucht nahm den mit 10.000 Euro dotierten Preis entgegen. Rund 100 Freiwillige bei DAMF bieten kostenlose Sprachkurse für geflüchtete Menschen in Dresden an und eröffnen ihnen damit die Möglichkeit gesellschaftlicher Partizipation.

Kategorie Chancen schaffen

Foto: Marc Darchinger

In der ersten, mit 5.000 Euro dotierten, Preiskategorie Chancen schaffen wurde die gemeinnützige Perspektiva GmbH geehrt. Die Laudatorin Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung, lobte das Netzwerk für seine Erfolge bei der Unterstützung und Qualifizierung von benachteiligten Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt. "Ein jeder hat Talente" ist die Devise der mehr als 100 beteiligten Unternehmen. Zuvor stimmte Blockflötist Gabor Vosteen auf die Kategorie ein und brachte das Publikum mit seinem Talent zum Staunen - er spielte auf bis zu fünf Flöten gleichzeitig.

Kategorie Grenzen überwinden

Foto: Marc Darchinger

Im Anschluss an einen humorvollen Auftritt des französischen Kabarettisten ALFONS wurde in der Kategorie Grenzen überwinden das trinationale Kinderreporter-Projekt Grand méchant loup I Böser Wolf e. V. ausgezeichnet, das 5.000 Euro für ihr Engagement erhielt. Die "Bösen Wölfe" sind Kinderreporterinnen und -reporter, die über europäische Themen berichten - aus polnischer, französischer und deutscher Perspektive - und damit Kindern und Jugendlichen Lust darauf machen, neue Kulturen und Länder kennenzulernen. Der Herausgeber des Tagesspiegel Sebastian Turner lobte in seiner Laudatio den Mut und das herausragende Engagement der Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten.

Foto: Marc Darchinger

In einem Gespräch erörterten Dietmar Meister, Aufsichtsratsvorsitzender der Generali Deutschland AG und Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie, warum ihnen die Förderung des Deutschen Engagementpreises am Herzen liegt. Beide betonten zudem, von welch großer Bedeutung das Engagement der Zivilgesellschaft, nicht nur in Zeiten der Flüchtlingskrise sei.

Kategorie Leben bewahren

Foto: Marc Darchinger

Nach einer eindrucksvollen Darbietung von Seilartist Jakob Vonau hielt Teresa Enke, Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung eine ergreifende Laudatio auf die Online-Jugendberatung Youth-Life-Line, die den Deutschen Engagementpreis in der mit 5.000 Euro dotierten Kategorie Leben bewahren erhielten. Seit mehr als zehn Jahren beraten junge Engagierte Gleichaltrige, die suizidgefährdet sind, per E-Mail und unterstützen sie dabei, neuen Lebensmut zu finden.

Kategorie Demokratie stärken

Foto: Marc Darchinger

Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform übergab den Preis in der Kategorie Demokratie stärken an das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. und betonte in ihrer Laudatio die Einzigartigkeit der Bildungsstätte. Aus der ehemaligen Strafanstalt der DDR haben frühere politische Gefangene einen Ort des Gedenkens gemacht und vermitteln dort Themen wie Demokratie, Freiheit und Menschenrechte. Das Projekt darf sich nun über 5.000 Euro freuen. Zuvor spielte Sarah Perl mit ihrer Viola da Gamba das Prelude G-Dur Suite für Cello von Johann Sebastian Bach für die Preisträger.

Kategorie Generationen verbinden

Foto: Marc Darchinger

Vor der Ehrung in der Kategorie Generationen verbinden, begeisterte die Sängerin Saskia von Winterfeld die Zuschauer mit einer Interpretation des Lieds "Das Große Glück" von Gustaf Gründgens. Der 18-jährige Laudator Jonas Pawelski, Leiter des Projektes "Schule ohne Rassismus" Sömmerda, würdigte in seiner Rede die WERKSTATT DER GENERATIONEN. In der integrativen Montessori Schule an der Balanstraße in München wird das Miteinander von Alt und Jung in den Stundenplan integriert. Ehrenamtliche bringen als Senior-Expertinnen und -Experten ihre Lebenserfahrung und ihr Wissen mit eigenen Projekten in den Schulalltag ein.

Publikumspreis

Foto: Marc Darchinger

Das Essener Gitarrenduo und die Flamencotänzerin Irina Castillo gaben zu Ehren des letzten Gewinners einen temperamentvollen Abschlussauftritt. Über den Sieger des Publikumspreises konnten Bürgerinnen und Bürger per Online-Voting aus rund 400 Projekten abstimmen. Über 50.000 Stimmen wurden in diesem Jahr abgegeben. Mehr als 7.000 Menschen entschieden sich für den Kinder- und Jugendcircus Blamage e. V., der 10.000 Euro mit nach Hause nehmen darf. Publikumsliebling Dieter Hallervorden überreichte die Auszeichnung und beschrieb sichtlich begeistert in seiner Laudatio, wie der Verein es schafft, in der Manege alle Kinder willkommen zu heißen und zu fördern - ob mit oder ohne geistiger, körperlicher oder seelischer Beeinträchtigung, ob mit oder ohne Migrationsgeschichte, ob mit oder ohne schulischem Nachhilfebedarf.

Beim anschließenden Empfang und bei zahlreichen Gesprächen ließen die Gäste den stimmungsvollen Abend ausklingen.

Hier finden Sie die Pressemitteilung.

Weitere Bilder sind in der Mediathek verfügbar.

Porträts der einzelnen Preisträgerinnen und Preisträger

Foto: DAMF

Sonderpreis 2015 "Willkommenskultur gestalten": DAMF – Deutschkurse Asyl Migration Flucht

"Nicht alle Asylsuchenden haben rechtlichen Anspruch darauf, einen staatlich finanzierten Deutschkurs zu besuchen. Auf diese Situation reagieren wir mit unserem Angebot. Wir geben den Menschen die Chance auf das Erlernen der deutschen Sprache und damit auf Teilhabe und Autonomie."

Flüchtlinge sind unmittelbar nach ihrer Ankunft mit der Notwendigkeit konfrontiert, die deutsche Sprache zu beherrschen. Behördengänge, Arztbesuche, Einkauf - den Alltag können die Menschen meist nur mit geeigneten Sprachkenntnissen meistern. Ohne sprachvermittelnde Hilfe sind Asylsuchende oft marginalisiert und können ihre Rechte nicht geltend machen. Den Geflüchteten steht aber - so lange sie sich im Asylverfahren befinden und ein Aufenthaltstitel nicht erteilt wurde - nur unter bestimmten Voraussetzungen ein staatlich finanzierter Deutschkurs zu. Die Projektgruppe Deutschkurse Asyl Migration Flucht (DAMF) reagiert mit ihrem Angebot auf diese Situation und bietet kostenlose Sprachkurse für geflüchtete Menschen in Dresden an. Das Ziel von DAMF ist es, die Flüchtlinge bei ihrer gesellschaftlichen Partizipation zu unterstützen und eine positive Willkommenskultur zu gestalten.

Seit der Gründung der Initiative 2012 sind inzwischen rund 100 Freiwillige in die Grundlagen des Deutschunterrichtes für Nicht-Muttersprachler sowie in wichtige Aspekte des Asylrechts eingeführt worden. 350 bis 400 Flüchtlinge aus verschiedenen Gemeinschaftsunterkünften Dresdens werden in mehr als 30 Kursen kostenfrei unterrichtet. Ein abwechslungsreiches Angebot ist entstanden, das den geflüchteten Menschen zu mehr Teilhabe verhilft.

www.damf-dresden.de

Foto: Marzena Seidel

Kategorie Chancen schaffen: Perspektiva gGmbH

"Die Unternehmer im Netzwerk Perspektiva möchten verhindern, dass Jugendliche mit Handicap zwangsläufig in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung aufgenommen werden. Sie qualifizieren die Jugendlichen für eine dauerhafte Arbeit."

Jugendliche mit Handicap finden heute immer seltener einen Arbeitsplatz. Die Chancen, so eine eigene Lebensperspektive zu finden, schwinden. Das Netzwerk Perspektiva unterstützt Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, im Berufsleben Fuß zu fassen. Die Unternehmer des Netzwerkes sind überzeugt: Jeder hat Talente. Sie wollen diese Talente entdecken und fördern - damit die Jugendlichen eine Perspektive finden. Heute engagieren sich mehr als 100 Unternehmen sowie Schulen, soziale Organisationen, Politiker und Bürger aus Fulda bei Perspektiva und übernehmen gesellschaftliche Verantwortung. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, benachteiligte Jugendliche in eine qualifizierte Helfertätigkeit oder Ausbildung zu bringen, damit sie ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen können.

Seit 1999 haben 100 Jugendliche mit Handicap einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag als qualifizierte Helfer erreicht, 15 Jugendliche konnten die Werkstatt für behinderte Menschen verlassen und stehen in einem festen Arbeitsverhältnis. Die ersten Perspektiva-Jugendlichen hatten inzwischen ihr 15-jähriges Betriebsjubiläum. Seit 2015 öffnen die Unternehmen ihre Betriebe auch für junge Flüchtlinge.

www.perspektiva-fulda.de

Foto: Grand méchant loup

Kategorie Grenzen überwinden: Grand méchant loup | Böser Wolf e. V.

"Viele Kinder und Jugendliche haben nicht die Möglichkeit, sich außerhalb der Schule zu bilden. Durch unser Engagement können wir ihnen vielleicht Lust darauf machen, neue Kulturen und Länder kennenzulernen, also andere Perspektiven in Betracht zu ziehen."

Wer ist der böse Wolf? Das Unbekannte, eine Sprache, die man nicht versteht oder ein Land, das man nicht kennt? Kindern und Jugendlichen das Unbekannte zu erklären, ihnen die Angst davor zu nehmen und ihnen zu zeigen, dass es Spaß machen kann, Europa und den Rest der Welt zu entdecken, ist das Ziel des Vereins Grand méchant loup / Böser Wolf e. V., der eng mit dem Französischen Gymnasium Berlin zusammenarbeitet. Kinder- und Jugendreporter berichten auf einer eigenen dreisprachigen Website kontinuierlich über europäische Themen - aus polnischer, französischer und deutscher Perspektive.

Seit 13 Jahren gibt es die Redaktion in Berlin schon, an der sich junge ehrenamtliche Reporter im Alter von 10 bis 16 Jahren beteiligen. Sie schreiben Artikel und Reportagen oder bereiten sich auf Interviews vor. Sie drehen Dokumentarfilme und machen Fotos, die auf der interaktiven Website veröffentlicht werden. Spielerisch entdecken sie mit anderen Kindern Politik, Kultur und Sprache der drei Länder. Möglichst viele junge Menschen sollen dazu angeregt werden mitzumachen und sich kreativ mit dem Unbekannten auseinanderzusetzen. Zwischen 3 und 4 Millionen Klicks im Monat zählt die Seite der Kinderreporter, "die sich vor nichts fürchten".

www.boeser-wolf.schule.de

Foto: Youth-Life-Line

Kategorie Leben bewahren: Youth-Life-Line

"Unsere Hilfe ist für die Zeit gedacht, in der Jugendliche nicht weiterwissen, niemanden sonst haben und Ideen brauchen, wie es weitergehen kann."

Wohin mit meinen Selbstmordgedanken? Diese und ähnliche Fragen stellen sich täglich zahlreiche Jugendliche. Suizid ist bei jungen Menschen unter 25 die zweithäufigste Todesursache - etwa 600 Jugendliche sterben auf diese Weise jedes Jahr in Deutschland. Über zehnmal so viele Suizidversuche gibt es. Unter dem Motto "Im Leben bleiben" setzt sich die Online-Jugendberatung Youth-Life-Line des Arbeitskreises Leben e. V. Reutlingen/Tübingen dafür ein, dass Jugendliche in akuten Krisen und bei Suizidgefährdung durch gleichaltrige Ansprechpartner unterstützt werden und neuen Lebensmut finden.

Youth-Life-Line bietet jungen Menschen die einfache Möglichkeit, sich jemandem mitzuteilen - durch einen anonymen und kostenfreien Mailkontakt. Jugendliche und junge Erwachsene beantworten ehrenamtlich E-Mails von Jugendlichen, die keinen Ausweg mehr sehen, weil ihre Eltern sich trennen, sie an Liebeskummer leiden oder sie gemobbt werden. Die gleichaltrigen Berater geben ihnen Halt und Zuversicht und zeigen auf, dass es Dinge gibt, für die es sich zu leben lohnt. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Youth-Life-Line erfolgreich in der Beratung von suizidgefährdeten Jugendlichen. Mehr als 150 freiwillig Engagierte wurden umfassend ausgebildet. Fast 5.000 Hilfesuchende konnten unterstützt werden. Dazu wurden knapp 25.000 Mails verschickt.

www.youth-life-line.de

Foto: Sylvia Wähling

Kategorie Demokratie stärken: Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.

"Bürgerinnen und Bürger sollen mit kreativen Mitteln und Methoden für die Werte der freiheitlichen und rechtsstaatlichen Gesellschaft sensibilisiert werden."

Fast 150 Jahre lang war das Zuchthaus Cottbus eine Strafanstalt. Es gilt als das größte politische Gefängnis der DDR. Heute ist die ehemalige Haftanstalt ein Ort des Gedenkens und ein ungewöhnliches Projekt in der Erinnerungslandschaft Deutschlands. Die Mehrheit der Mitglieder des Trägervereins Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. (MRZ) sind ehemalige politische Gefangene der DDR. 2011 konnten sie "ihr" Gefängnis erwerben, um daraus eine Gedenk-, Bildungs- und Begegnungsstätte zu errichten. Sie erinnert an politische Gefangene sowohl des Nationalsozialismus als auch der SED-Diktatur und leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Versöhnung.

Die ehemaligen politisch Verfolgten wollen erinnern, aber auch mahnen und damit besonders jungen Menschen die Bedeutung von Demokratie vermitteln. Mit Führungen und Zeitzeugengesprächen sowie Bildungsveranstaltungen und Ausstellungen macht das MRZ auf die Unrechtsgeschichte dieses Ortes aufmerksam. Themen wie Demokratie, Freiheit und Menschenrechte werden über kreative und erlebnisorientierte Methoden vermittelt. Mit viel persönlichem Einsatz engagieren sich die Mitglieder für eine demokratische Gesellschaft und sorgen dafür, dass ebenfalls Bezüge zur Gegenwart und Zukunft in der politischen Bildung berücksichtigt werden.

www.menschenrechtszentrum-cottbus.de

Foto: Barbara Donaubauer

Kategorie Generationen verbinden: WERKSTATT DER GENERATIONEN

"Mit der WERKSTATT DER GENERATIONEN nutzen wir den Raum Schule als Begegnungsort, an dem Alt und Jung gemeinsam Zeit verbringen, sich gegenseitig kennenlernen, sich unterstützen und dadurch besser verstehen können."

Das Miteinander der Generationen hat sich verändert. Den alltäglichen Austausch zwischen Alt und Jung gibt es in vielen Familien nicht mehr, wodurch das Erfahrungswissen und die sozialen Fähigkeiten der älteren Generation sowie das gegenseitige Verständnis immer mehr verloren gehen. Dieser gesellschaftlichen Entwicklung begegnet die in München ansässige integrative Montessori Schule an der Balanstraße, indem sie mit der WERKSTATT DER GENERATIONEN (WdG) das Miteinander von Alt und Jung ermöglicht und in den Stundenplan integriert.

In der WdG bringen Ehrenamtliche als Senior-Expertinnen und -Experten ihre Lebenserfahrung und ihr Wissen mit eigenen Projekten in den Schulalltag ein. Vom gemeinsamen Werken über Theaterprojekte und Zeitzeugengespräche bis hin zu naturwissenschaftlichen Projektreihen - den Ideen der Älteren sind keine Grenzen gesetzt. Gemeinsam erschließen sich die Generationen neue Themenbereiche, und auch "Jung für Alt"-Projekte fördern das Miteinander. Über 100 Freiwillige der älteren Generation engagierten sich bereits in der WdG. Pro Schuljahr sind rund 45 von ihnen aktiv im Einsatz mit den 240 Schülerinnen und Schülern der ersten bis zehnten Klassen. So wird die Schule zu einem Ort, an dem sich die Generationen begegnen und voneinander lernen.

www.montessori-muenchen.de

Foto: Circus Blamage e.V.

Kategorie Publikumspreis: Kinder- und Jugendcircus Blamage e. V.

"Unsere Herzenssache ist gelebte Inklusion. Bei uns erfahren die jungen Artisten, dass Spielfreude und Gemeinschaft mehr zählen als Perfektion: Nicht nur Künstler können Kunst machen - jeder Mensch ist ein Künstler."

Der Verein Kinder- und Jugendcircus Blamage e. V. aus dem bayerischen Erlenbach organisiert ehrenamtlich Zirkuscamps für Kinder mit und ohne Behinderung. In der Manege blamiert sich niemand - denn es kommt nicht auf artistische Höchstleistungen an, sondern es zählt das, was den eigenen sozialen, kreativen und motorischen Fähigkeiten entspricht. Die Teilnehmer haben die Gelegenheit miteinander in Kontakt zu kommen, den Alltag und das Training gemeinsam zu meistern und voneinander zu lernen.

Etwa 45 Kinder und Jugendliche ab neun Jahren nehmen an den Camps teil, die in den Schulferien stattfinden. Am Ende der Ferienwoche bieten die jungen Artisten mit und ohne Behinderung der Öffentlichkeit ein einzigartiges Zirkusprogramm. In den über 25 Jahren seines Bestehens hat sich der Circus Blamage zu einem Verein mit rund 1.000 Mitgliedern entwickelt, der weit über die Grenzen des eigenen Landkreises bekannt ist. Eine Besonderheit sind die ca. 100 ehrenamtlichen Trainer und Übungsleiter. Seit 1996 werden interessierte Jugendliche, die als Kinder an den Camps teilgenommen haben, im Rahmen einer einjährigen Schulung zum Trainer ausgebildet. Dabei lernen die Jugendlichen zirkusspezifisches Know-how und gewinnen soziale und pädagogische Kompetenz. 2011 hat zum ersten Mal ein Teilnehmer mit Behinderung die Ausbildung abgeschlossen.

www.circus-blamage.de