Ausgezeichnet

Bürgerpreis der deutschen Zeitungen

Am 8. März in Berlin wurde Navid Kermani mit dem Bürgerpreis der deutschen Zeitungen gewürdigt. Der deutsch-iranische Autor und Wissenschaftler zeichnet sich durch jahrzehntelanges politisches und gesellschaftliches Engagement aus, indem er in gegenwärtigen Debatten Stellung bezieht und für die Wahrung und Verteidigung menschenrechtlicher Standards eintritt. Für seine Bemühungen um Toleranz in unserer Gesellschaft ist er jetzt auch für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

Navid Kermani wurde 1967 in Siegen als Sohn iranischer Eltern geboren und lebt heute mit seiner Familie als freier Schriftsteller in Köln. Neben seinen wissenschaftlichen und schriftstellerischen Tätigkeiten veröffentlicht er regelmäßig Beiträge und Reportagen in deutschen Zeitungen. Er bezieht öffentlich Stellung zu relevanten Themen, wie dem Verhältnis zwischen Glauben und Gesellschaft in Deutschland oder der Beziehung der westlichen Staaten zu den Ländern im Nahen Osten. Das friedliche und demokratische Zusammenleben und die damit verbundene Verantwortung stehen für Kermani dabei im Zentrum.

In der Laudatio für den Bürgerpreis der deutschen Zeitungen beschrieb der Schriftsteller und Soziologe Prof. Dr. Wolf Lepenies Kermani als "deutschen Staatsbürger und patriotischen Europäer", der in seinem bürgerschaftlichem Engagement die Mehrheitsgesellschaft davor warne, "Einheitlichkeit herzustellen und kulturelle Nischen auszumerzen". Ausschlaggebend für die Jury war unter anderem Kermanis Reaktion nach der Kölner Silvesternacht 2015. Damals setzte er in Zusammenarbeit mit anderen prominenten Verfasserinnen und Verfasser mit der "Kölner Botschaft" ein nachdrückliches Zeichen für eine kritische Zivilgesellschaft. Die Initiative sprach sich gegen die sexuelle Gewalt und Kriminalität aus, warnte aber zugleich vor fremdenfeindlicher Hetze und rief zu einem offenen Dialog auf.

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Fotos: BDZV/David Ausserhofer