Ausgezeichnet

Engagementpreis NRW 2016

Am 9. Februar erhielten vier Projekte, welche sich im vergangenen Jahr für das friedliche und interkulturelle Zusammenleben in Nordrhein-Westfalen einsetzten, den Engagementpreis NRW 2016. Der Preis wurde von der Landesregierung NRW in Kooperation mit der Nordrhein-Westfalen-Stiftung vergeben und will vorbildliches bürgerschaftliches Engagement würdigen und weitere Menschen zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe inspirieren. Neben der mit jeweils 2.000 Euro dotierten Auszeichnung erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger auch eine Nominierungsurkunde für den Deutschen Engagementpreis.

Jurypreis: "Hilfe für Flüchtlinge in Duisburg-Neumühl" aus Duisburg

Wie einfach Sport Menschen aus verschiedenen Kulturen verbindet, zeigt der Lauftreff für Geflüchtete in Duisburg von der Organisation "LebensWert". Im Stadtteil Neumühl trifft sich die Gruppe regelmäßig unter Anleitung von Pater Tobias, trainiert zusammen und nimmt an Wettkämpfen teil. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die Freude am Sport, sondern auch das Miteinander und die Unterstützung der Gemeinde. Denn die erlaufenen Preisgelder kommen verschiedenen Projekten von "LebensWert" und somit bedürftigen Duisburgerinnen und Duisburgern zugute. Außerdem bietet die Initiative umfassende Hilfsangebote an, wie beispielsweise Bewerbungstraining, Deutschkurse oder Amtsbegleitungen.

Sonderpreis "Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe": "Nichtschwimmerausbildung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge" aus Aachen

Über den Sonderpreis "Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe" des Integrationsministeriums konnte sich der Aachener Verein Aix-la-Sports e. V. freuen. Die Initiative "Nichtschwimmerausbildung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge" ermöglicht jungen Geflüchteten nicht nur Schwimmunterricht, sondern bietet ihnen auch einen Ort des Miteinanders. Durch die Gemeinschaft verbessern sie nebenbei ihre Deutschkenntnisse und schließen Freundschaften. Das Besondere ist, dass talentierten Schwimmerinnen und Schwimmern die Weiterbildung als Übungsleiterinnen und -leiter ermöglicht wird. Dadurch werden Anerkennung und das Selbstbewusstsein der jungen Menschen gestärkt. So ist es mittlerweile der junge Afghane Ali Ebrahimi, der jeden Samstag ehrenamtlich anderen Geflüchteten das Schwimmen beibringt.

Sonderpreis der Nordrhein-Westfalen-Stiftung: "Glückauf in Deutschland" aus Dortmund

Das Projekt "Glückauf in Deutschland" wurde für die historische Dokumentation der Migrationsgeschichte im Ruhrbergbau ausgezeichnet. Angestoßen und getragen von Migrantinnen und Migranten des "Vereins für Internationale Freundschaften" schuf das Projekt eine Ausstellung in Dortmund. Im Mittelpunkt stehen Biografien von neun Personen, die 1964 aus der Türkei als Lehrlinge ins Ruhrgebiet kamen. Das Besondere an der Ausstellung ist, dass die individuellen Geschichten und Erfahrungswerte wichtige Anknüpfungspunkte für die aktuelle Integrationsdebatte darstellen. Denn in den Biografien spiegelt sich eine gelungene Integration wider.

Publikumspreis: "Aus Fremden werden Freunde" aus Minden

Der Gemeinschaftsgarten "Tausendschön" in Minden von GreenFairPlanet e. V. wurde vom Publikum zum Sieger gewählt. Hier engagiert sich die lokale Bevölkerung zusammen mit Geflüchteten und anderen Zugezogenen unter dem Motto "Aus Fremden werden Freunde". Die Initiative verbindet gesellschaftliche Teilhabe mit gelebtem Umweltschutz und bringt Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund auf einer gemeinsamen Interessensbasis zusammen. Es ist ein Ort der Begegnung und des gegenseitigen Lernens, in dem alle ihr Wissen und ihre Kompetenzen im Bereich Gartenwirtschaft einbringen. "Ich lerne von Flüchtlingen und sie lernen von mir. Wir sind echte Freunde geworden", schwärmt der Gemeinschaftsgärtner Klaus über den Garten. Durch das freundschaftliche Miteinander wird Toleranz und gegenseitige Wertschätzung geschaffen. Somit wird der Garten zu einem Ort der gelebten Inklusion.

 

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Foto: Nadine Preiß / MFKJKS