Ausgezeichnet

Der ganz normale WOHN:SINN

Fakt ist, dass sich die Wohnsituation von Menschen mit Behinderung drastisch von Menschen ohne Behinderung in Deutschland unterscheidet. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales schätzt im Teilhabebericht 2013, dass etwa 40-50 % der Erwachsenen mit geistiger Beeinträchtigung auch noch im fortgeschrittenen Erwachsenenalter ihre Herkunftsfamilie nicht verlassen haben. Gesellschaftliche Exklusion ist oft die Folge. Zwar gibt es in Deutschland schon einige erfolgreiche inklusive Wohngemeinschaften, aber diese können der Zahl der Suchenden nicht gerecht werden.

Aus dieser Bedürfnislage heraus hat Tobias Polsfuß im Juni 2016 die Webseite WOHN:SINN ins Leben gerufen - eine Plattform für inklusive Wohngemeinschaften. WOHN:SINN macht sich für das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen stark. Das gemeinsame WG-Leben soll zur Selbstverständlichkeit werden. Bereits 20 Träger inklusiver WGs informieren über ihre inklusiven Wohnkonzepte. Neben einer deutschland- und österreichumfassenden WOHN:BÖRSE gibt es auch einen WOHN:BLOG, in dem verschiedene Bloggerinnen und Blogger mit und ohne Behinderung aus ihrem WG- Leben erzählen. Mittlerweile steht die Plattform auch in einer leichten Sprache zur Verfügung.

"Ich möchte anderen Menschen das ermöglichen, was ich selbst so genieße: Das selbstbestimmte Zusammenleben in einer inklusiven WG", erklärt der Gründer von WOHN:SINN, Tobias Polsfuß. Er selbst ist seit über vier Jahren Teil einer bunten Gemeinschaft in einer inklusiven WG von Gemeinsam Leben Lernen e.V. Daher möchte er das Konzept von inklusiven WGs verbreiten und Neugründungen unterstützen. Auf der Webseite findet man einen Leitfaden "In 5 Schritten zur eigenen inklusiven WG". Außerdem werden Vorträge, Workshops und Beratungen angeboten. Für die Idee und die Arbeit, die hinter WOHN:SINN steckt, wurde die Plattform mit dem Smart Hero Award ausgezeichnet und ins Rennen um den Deutschen Engagementpreis 2017 geschickt.

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Foto: Daniela Buchholz