Gastbeitrag

Anja Wenk

„Die Kraftquelle für freiwilliges Engagement im Gesundheitswesen ist häufig persönliche Betroffenheit“

Foto: Photography Schaarschmidt

Freiwilliges Engagement im Gesundheitswesen umfasst ein breites Spektrum - es reicht von Selbsthilfegruppen für bestimmte Krankheitsbilder bis zu Initiativen, die neue Angebote als Pilotprojekte starten.

Alle Engagierten haben etwas gemeinsam: Sie wollen die sozialen Auswirkungen von Krankheit oder Behinderung mindern. Sie fordern und ermöglichen Teilhabe und schließen Lücken, die unser tragfähiges deutsches Versorgungssystem aufweist.

Wichtige Treiber für freiwilliges Engagement im Allgemeinen sind beispielsweise der Wunsch, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, oder auch die Begeisterung, z.B. für den Sport oder schöne Kunst. Die Kraftquelle für freiwilliges Engagement im Gesundheitswesen ist dagegen häufig persönliche Betroffenheit. Die Selbsthilfe trägt diese Botschaft in ihrem Namen.

Und gerade die Selbsthilfegruppen leisten mehr als den sozialen Beitrag. Sie verfügen oft über spezielles medizinisches Fachwissen für ihr Gebiet. Immer mehr Ärzte erkennen das an und profitieren von der Zusammenarbeit.

Aus der Selbsthilfe kam vor 25 Jahren auch der Anstoß zur inhaltlichen Ausrichtung der Kinderstiftung. Die Väter eines der inzwischen bedeutendsten Dachverbände der Selbsthilfe - des Kindernetzwerks - überzeugten die Stiftungsgründer Klaus und Christoph Kroschke vom Einsatz für Kinder mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung.

Der Engagementpreis der Kinderstiftung - der Kroschke Förderpreis "Beispielhafte Hilfe für kranke Kinder" - wurde wenig später ins Leben gerufen. Dieser Preis wirkt in drei Richtungen. Erstens stellt die Auszeichnung die Leistungen der Preisträger ins Rampenlicht, gibt Anerkennung und Rückenwind für ihre Arbeit. Zweitens will der Preis zur Nachahmung anregen und aktiviert nachweislich weitere Förderer. Drittens geben die Preisträger wichtige Impulse für die inhaltliche Ausrichtung der Stiftung. Gerade weil Stiftungen für die Ewigkeit angelegt sind, müssen sie agil auf Entwicklungen reagieren.

So ist die Wirksamkeit der Stiftungsarbeit im Gesundheitswesen für chronisch kranke und behinderte Kinder sicher gestellt und aus dem hohen Einsatz aller Beteiligten formt sich ein gesellschaftlicher Gewinn.

Anja Wenk ist seit 2006 für die Ausrichtung des Kroschke Förderpreises "Beispielhafte Hilfe für kranke Kinder" in der Metropolregion Hamburg verantwortlich.

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