Das gute Beispiel

Aktion Fischotterschutz e. V.

Wir haben Verantwortung für uns und für die Natur um uns herum

Als der Verein "Aktion Fischotterschutz" 1979 gegründet wurde, waren die Fischotter in vielen Gebieten der Bundesrepublik fast ausgestorben. Schuld war weniger die Verfolgung durch den Menschen, als der Verlust ihrer Lebensräume. Der Forstmann, Forscher und Manager Claus Reuther und seine ehrenamtlichen Mitstreiterinnen und Mitstreiter begannen einen erfolgreichen Kampf für die Fischotter und ihre Lebensräume und gegen das Wegschauen. "Der Fischotter ist für uns ein Naturschutzsymbol; er steht immer auch für seinen Lebensraum. Gewässerschutz und Fischotterschutz sind zwei Seiten derselben Medaille. Schon bei der Gründung ging es nicht nur um die Fischotter. Heute engagieren wir uns in der Forschung, in der Bildung und für die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen." erklärt Dr. Oskar Kölsch. Der aktuelle Vorstandsvorsitzende und Agraringenieur ist seit 1991 bei der Aktion Fischotterschutz engagiert. Wichtig ist ihm, auch an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen zu appellieren: "Wir haben Verantwortung für uns und für die Natur um uns herum. Daher muss sich jeder, wie er kann, dafür engagieren, diese Verantwortung wahrzunehmen. Für mich ist Engagement deshalb ganz wichtig. Jeder sollte sich fragen, wo kann ich mich gewinnbringend einbringen? Wie sieht ein gutes Leben in der Zukunft aus und was brauchen wir dafür?"

Tausende Freiwillige sind Otterspotter

Rund 10.000 Vereinsmitglieder engagieren sich heute bei der Aktion Fischotterschutz. Zum Beispiel beim große Ehrenamtsprogramm "ISOS ­Informationssystem Otterspuren". "Durch die Unterstützung der Freiwilligen wissen wir nun, wo es in Deutschland Fischotter gibt und wie sich die Bestände entwickeln. Ohne Engagement gäbe es diese Daten so nicht." erzählt Dr. Kölsch. Die Freiwilligen vor Ort suchen Otterspuren und geben sie an die Zentrale weiter. Dabei hilft das digitale Webportal "Otterspotter" und eine professionelle Betreuung und Qualifizierung durch Hauptamtliche. "Die finanzielle Förderung des "Otterspotter" hat uns stark geholfen. Früher hatten wir viel Arbeit in der analogen Datenverarbeitung. Dieses Webportal erleichtert die Arbeit ungemein" erzählt Oskar Kölsch stolz. Unverzichtbar sei aber das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt: "Engagement muss betreut werden und die Freiwilligen müssen sehen, dass mit ihren Arbeitsergebnissen etwas Positives bewirkt wird. Die Verbindung zwischen professionellen und freiwilligen Naturschützerinnen und -schützern ist die Voraussetzung, um Engagement auch weiter zu stärken. Auf Veranstaltungen mit den Freiwilligen in Kontakt zu kommen, das erdet ungemein und ist für beide Seiten gewinnbringend."

Es kommt recht viel Arbeit zusammen, bevor der Freiwillige die Gummistiefel anzieht.

Trotzdem bleibt der Spagat zwischen dem Engagement und der Ermöglichung von Engagement. "Da würde ich mir manchmal mehr Verständnis für uns wünschen." meint Dr. Oskar Kölsch. Um viele Freiwillige einbinden zu können, braucht der Verein auch die entsprechenden Mittel. "Wir können mit den Freiwilligen nur zusammenarbeiten, wenn wir die Ressourcen dafür haben. Es kommt recht viel Arbeit zusammen, bevor der Freiwillige die Gummistiefel anzieht." Der planerische Vorlauf würde oft unterschätzt.

Für eine gute Beziehung von Mensch und Tier

Der Fischotter hat nicht zuletzt mit Hilfe des Vereins mit der Rückeroberung seiner Lebensräume begonnen. In weiten Teilen Zentraleuropas suchen die "Otterspotter" aber auch heute noch vergeblich nach dem Tier. Die Probleme mit den Gewässern sind bei weitem nicht behoben. Beim Blick in die Kristallkugel hofft Dr. Kölsch, dass der Verein in Zukunft seine Ziele noch besser erreicht: "Wir haben einige Baustellen - mit den Tieren, der Natur, den Anglern oder Teichbesitzern, den Wölfen, den Tierhaltern... Ich wünsche mir vor allem, dass wir als Aktion Fischotterschutz dazu beitragen könnten, dass Menschen und Tiere in einer vernünftigen Beziehung leben."

Der Deutsche Engagementpreis dankt Dr. Oskar Kölsch herzlich für das Gespräch. Die Fragen stellte Artemis Toebs, Pressereferentin Deutscher Engagementpreis.

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Foto: Aktion Fischotterschutz e. V.