Gastbeitrag

„Für die Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen zu sorgen, ist für uns seit Jahren eines der zentralen Themen”

Gastbeitrag von Tobias Geiger

Als Deutsche Bahn Stiftung engagieren wir uns seit unserer Gründung 2013 im Namen eines der größten deutschen Arbeitgeber im Bereich Psychische Gesundheit. Uns ist wichtig, über Depression und psychische Erkrankungen aufzuklären und Angebote zu schaffen, die die Versorgungslage verbessern. Die Corona-Pandemie hat nochmals gezeigt, wie immens wichtig die Arbeit zu diesem Thema ist. Dabei ist nicht nur die Zielgruppe der Erwachsenen relevant, sondern auch Kinder- und Jugendliche sollten mit Aufklärungs- und Versorgungsangebote adressiert werden.  

Einer Stigmatisierung der Volkskrankheit Depression entgegenwirken

Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe erkrankt jede:r Fünfte einmal in seinem Leben daran – damit ist die Krankheit Depression eine weitverbreitete Volkskrankheit. Es handelt sich um ein sehr leidvolles Krankheitsbild, der bei ausbleibender Behandlung eine Chronifizierung droht, im schlimmsten Fall auch suizidale Handlungen zur Folge haben kann. Wird sie jedoch rechtzeitig erkannt, ist sie in der Regel gut behandelbar. Daher halten wir, die Deutsche Bahn Stiftung, es für essenziell für die Aufklärung über Depression – und das wichtige Thema psychische Gesundheit im Allgemeinen – einzutreten.   

Mit unserem Partner der Stiftung Deutsche Depressionshilfe haben wir das jährlich erscheinende Deutschland-Barometer Depression ins Leben gerufen, das genau hierzu dienen soll. Es erfasst das Wissen über Depression in der Bevölkerung und nimmt gleichzeitig die Situation der an Depression erkrankten Menschen in den Blick. Ob Depressionen im Alter, in der Beziehung, in der Arbeitswelt oder während der Corona-Pandemie – eines haben diese Themen gemeinsam: Sie dienen dazu, die Öffentlichkeit zu informieren und wirken somit einer Stigmatisierung der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen entgegen. 

Hilfs- und Aufklärungsangebote für Betroffene 

Einen weiteren Baustein unseres Engagements bilden die Regionalen Bündnisse gegen Depression. Bundesweit werden in Städten und Kommunen Expert:innen mit Betroffenen, Angehörigen, Hausärzt:innen und den verschiedenen Multiplikator:innen (Pastor:innen, Lehrer:innen) zusammengebracht, um zu informieren und Versorgungsangebote zu schaffen. Dank des Engagements vor Ort entstehen die unterschiedlichsten Initiativen: Begleitungen von Kindern von psychisch erkrankten Eltern, regionale Infotelefone, Webinare mit Betroffenen und ihren Angehörigen zum Umgang mit der Krankheit – um nur einige Angebote zu nennen.   

Auch Online-Hilfsangebote spielen eine zunehmend größere Rolle. Mit unserer Förderung wurde das Selbstmanagementtool iFightDepression entwickelt. Hierdurch haben Menschen mit einer leichten Depression die Möglichkeit, sich über die Erkrankung zu informieren und bekommen gleichzeitig Hilfestellungen, um eine Verbesserung ihrer Gesundheit selbst herbeizuführen. Beispielsweise durch Informationen zu idealen Schlafgewohnheiten und der Struktur des eigenen Tagesablaufs. Das Online-Training wird unter Begleitung von Fachärzt:innen oder Therapeut:innen eingesetzt und basiert auf Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie.   

Corona-Pandemie macht unsichtbare Erkrankung sichtbar: Depression im Kindes- und Jugendalter

Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist ein für uns als Deutsche Bahn Stiftung wichtiges und immer noch unterschätztes Thema. Verstärkt durch die Corona-Pandemie rückt es nun jedoch mehr und mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung.  

Als Deutsche Bahn Stiftung engagieren wir uns bereits seit Jahren für diese Zielgruppe. Denn: Je früher und offener über psychische Erkrankungen gesprochen wird, desto eher können diese erkannt und behandelt werden. So können Kindern und Jugendlichen viel Leid erspart bleiben und auch Folgekosten im Erwachsenenalter für das Gesundheitssystem verhindert werden.  

Eine großartige Grundlagenarbeit macht hier der Verein Irrsinnig Menschlich e.V., der mit dem Projekt „Verrückt? Na und!“ Schulklassen zum Thema seelische Gesundheit aufklärt. Hier lernen Jugendliche auszudrücken, wie es ihnen geht, wie sie ihre Freundinnen und Freunde unterstützen können und welche Hilfe sie selbst in einer Krisenzeit beanspruchen können.  

Sensibilisierung und Aufklärung stehen im Fokus

Das Projekt „Meister von Morgen“ der Stiftung Achtung!Kinderseele hat es sich zum Ziel gesetzt, das ausbildungsnahe Umfeld zu psychischen Erkrankungen zu schulen, sodass es Ausbildungsbegleiter:innen möglich wird, auffälliges Verhalten der Auszubildenen besser einzuschätzen. Auf diese Weise können vorschnelle Rückschlüsse, zum Beispiel dass Auszubildende als nicht geeignet beurteilt werden, vermieden werden. Denn gerade die Phase am Übergang von der Schule in den Beruf kann für Jugendliche herausfordernd sein. Auch bei diesem Projekt stehen Sensibilisierung und Aufklärung an erster Stelle. Mit mittlerweile über 20.000 Followern hat der Verein Freunde fürs Leben e.V. einen Instagram-Kanal aufgebaut, der mithilfe prominenter Stimmen über Depressionen aufklärt und dadurch Suizide verhindern will.   

Es zeigt sich: Das Engagement ist breit gefächert und wird stetig mehr. Es spiegelt damit die Anerkennung von Depression als Krankheit wider und zeigt, dass das Bewusstsein über psychische Erkrankungen in der Gesellschaft seinen Platz gefunden hat.   

Wir als Deutsche Bahn Stiftung werden uns auch zukünftig in diesem wichtigen Förderfeld engagieren. 

 

Über die Deutsche Bahn Stiftung

Anschluss sichern. Verbindungen schaffen. Weichen stellen: Die Deutsche Bahn Stiftung gGmbH bündelt unter diesem Leitsatz das gemeinnützige Engagement des DB-Konzerns und knüpft damit an die Tradition der Hilfe und Verantwortung an, wie Eisenbahner:innen sie seit jeher leben. Sie verbindet dabei Eisenbahngeschichte mit Weichenstellungen für die Zukunft. Sie betreibt das DB Museum, setzt sich für die Integration von Menschen am Rande der Gesellschaft ein, schafft nachhaltige Bildungsangebote und fördert ehrenamtliches Engagement.  
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