Ausgezeichnet

Die eigene Stadt mit neuen Augen sehen

Klar, die meisten Menschen kennen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ihres Wohnorts – etwa die imposante Kirche und den historischen Marktplatz. Aber wie sehen eigentlich Menschen die Stadt und ihre Entwicklung, die sonst von der Stadtplanung und den Erzählungen ausgeschlossen bleiben? 

Welche Ecken würden sich Kinder gegenseitig empfehlen, an denen sich die ausgefallensten Steine sammeln lassen? Welche alltäglichen Situationen im Stadtgeschehen erscheinen mit einem anderen kulturellen Background in ganz anderem Licht? Oder: Wie sehen Menschen mit Behinderungen bestimmte Entwicklungen im Kiez und wo gibt es dringenden Verbesserungsbedarf? 

Engagierte haben sich diese Frage gestellt und die kostenlose App #stadtsache entwickelt. Damit eröffnen sie neue Perspektiven auf die eigene Stadt. Die App ermöglicht das spielerische Erkunden der eigenen Region: Orte können virtuell mit Geräuschen, Videos oder Fotos bereichert oder mit Aufgaben versehen werden. So füllt sich nach und nach eine virtuelle Karte der Stadt, in der jede und jeder selbst zur Expertin oder zum Experten für die eigene Stadt werden kann. 

Die App regt an, die Welt um sich herum neu zu entdecken und stellt ihren Nutzerinnen und Nutzern zum Beispiel Fragen nach den schönsten Kanaldeckeln oder was sich mit der Zeit verändert. Die Devise lautet: Die Stelle, an der Erwachsene vielleicht unachtsam vorbeigehen, kann für ein Kind ein spannender Ort sein. Die crossmediale Bildungsinitiative #stadtsache bietet eine niedrigschwellige Plattform für Teilhabe an der Stadtentwicklung und ermöglicht die demokratische Mitgestaltung der eigenen Lebensumwelt – auch mit geringen Schreib- und Sprachkenntnissen im Deutschen.  

Das Projekt wurde 2018 mit dem Dieter Baacke Preis ausgezeichnet. Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verleihen seit 2001 gemeinsam die bundesweite Auszeichnung für herausragende medienpädagogische Arbeit. Zudem wurde #stadtsache 2019 für den Deutschen Engagementpreis nominiert.  

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