Ausgezeichnet

Eine Mail, die Leben retten kann

Jeden Tag nehmen sich in Deutschland ein bis zwei Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren das Leben. Die Anzahl der jungen Menschen, die versuchen Suizid zu begehen, liegt nach Schätzungen noch um ein Vielfaches höher. Damit herrscht in dieser Altersgruppe die höchste Suizidversuchsrate, während gleichzeitig klassische Unterstützungs- und Hilfsangebote von den betroffenen Personen kaum angenommen werden. 

Das Projekt [U25] Online-Suizidprävention Emsland setzt an diesem Punkt an: Mit der Online-Beratung per Mail wird Jugendlichen die Möglichkeit geboten, in akuten Krisen Unterstützung im virtuellen Raum zu erhalten. Freiwillig engagierte Peerberaterinnen und Peerberater bieten kostenlose und anonyme Beratungen an. Oft hilft auch der regelmäßige Mailkontakt, um die Hilfesuchenden in ihrem Alltag zu stabilisieren.  

Unter dem Motto „Ein Gespräch kann Leben retten“ stehen die Engagierten seit 2001 jungen Menschen mit Suizidgedanken zur Seite. Ausgehend von der Gründung in Freiburg gibt es mittlerweile in ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich viele Anlaufstellen für Jugendliche mit Suizidgedanken. Im Durchschnitt werden jährlich 1.200 Klientinnen und Klienten von den Projektteams begleitet. Das entspricht rund 18.000 Nachrichten, welche zwischen den Betroffenen und den ehrenamtlichen Peers ausgetauscht werden. Zudem setzen sich die Engagierten im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen für die Aufklärung zu den Themen Suizid, Krisen und psychische Gesundheit ein. 

Gemeinsam mit der Universität Nürnberg-Erlangen wird das Angebot außerdem ausgewertet, um es noch besser auf die Zielgruppe und deren Bedürfnisse anzupassen. Das Projekt [U25] Emsland wurde mit dem Hörerpreis des NDR 1 im Rahmen des Wettbewerbs Unbezahlbar und freiwillig – Der Niedersachsenpreis für Bürgerengagement ausgezeichnet. 2019 war es außerdem für den Deutschen Engagementpreis nominiert. 

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