Gastbeitrag

„Du hast mein Wort!“ - Eine Bewegung für das solidarische Miteinander in unserer Gesellschaft

Gastbeitrag von Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie und der Stiftung Deutsches Hilfswerk

Was ist Ihr Gefühl, wenn Sie an Deutschland denken? An das Miteinander in unserem Land? An die Menschen, die dieses Land mit Leben füllen? Ist es positiv? Haben Sie Sorgen, wohin wir uns entwickeln? Leben wir in einer Gesellschaft, die verunsichert, gar gespalten ist, oder sind wir eine Gemeinschaft für alle?

Jedes Jahr zeichnen wir beim Deutschen Engagementpreis herausragende Projekte aus, die zeigen, wie solidarisch, wie engagiert unser Land ist. Auf der Abendveranstaltung rede ich mit unterschiedlichen Menschen, die sich auf kreative, eindrucksvolle und bewegende Weise für andere einsetzen und so ein starkes Zeichen für das Miteinander in unserer Gesellschaft setzen. Als Jurymitglied fällt es mir schwer, zu entscheiden, welches der vielfältigen Projekte ausgezeichnet werden soll. Das Engagement ist vielfältig und alle eingereichten Projekte sind ein Gewinn für unsere Gesellschaft.

Als Soziallotterie fördern wir über unsere Stiftung, das Deutsche Hilfswerk, jedes Jahr hunderte von karitativen Projekten in Deutschland – in 2018 waren es allein 366 soziale Projekte und Einrichtungen, die rund 51,5 Millionen Fördergelder erhalten haben. Auch mit diesen Projekten und den Menschen dahinter setzen wir uns jedes Jahr tiefgehend auseinander. Zudem sind wir auf dutzenden Veranstaltungen und erleben ein Land, das begeistert und engagiert ist, das motiviert ist, Bereiche weiterzuentwickeln und positiv zu verändern.

Wir wollten wissen, wofür Menschen sich einsetzen, wenn man sie direkt auf ihr Engagement anspricht. Wir haben daher mit #DuHastMeinWort eine Bewegung angestoßen, ein Versprechen für ein soziales Engagement abzugeben. Die Seite duhastmeinwort.de ist zu einer Galerie des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland geworden. Persönlich, emotional und begeisternd. Eine vierstellige Anzahl an Menschen hat ihr Versprechen abgegeben für mehr Achtsamkeit, für Klimaschutz, Zivilcourage, mehr Respekt, Hilfe für Flüchtlinge, Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit, Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung und Rassismus, gegen Hass, Gewalt und Mobbing und viele, viele mehr. Die Menschen engagieren sich als Sanitäter, bei Gemeindefesten, im Bundesfreiwilligendienst, bei freiwilligen Feuerwehren, im Seniorenzentrum, bei den Pfadfindern etc.

Mit #DuHastMeinWort wollen wir auch direkt helfen: Für jedes abgegebene Versprechen geben wir einen Euro an drei Projekte, die für den Deutschen Engagementpreis nominiert wurden: „Das M steht für Mut e. V.“, die „Stinknormalen Superhelden“ und „Lebensdurst-Ich e. V.“  Der Kölner Verein setzt sich ehrenamtlich für Krebspatientinnen und -patienten im jungen Erwachsenenalter ein und unterstützt die jungen, lebensbedrohlich erkrankten Menschen dabei, ihren Lebenswillen nicht zu verlieren und begleitet Betroffene während und nach der schweren Krankheitsphase. Das Team, das sich im gleichen Lebensabschnitt wie die Erkrankten befindet, besucht diese und ermöglicht ihnen, weiterhin am sozialen Leben teilzuhaben.

Auch einige Kollegen und ich haben Versprechen abgegeben. Ich will mich als Demenz-Partner dafür einsetzen, dass Menschen mit Demenz ganz selbstverständlich in der Mitte unserer Gesellschaft bleiben. Es gibt deutschlandweit Demenz-Partner, also Initiativen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., die Kurse anbieten, die Wissen vermitteln sowie Möglichkeiten, selbst etwas zu tun. In unserem Unternehmen fanden viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dieses Versprechen so gut, dass wir jetzt im Kollegenkreis gemeinsam den Kurs machen werden. Denn jeder könnte in seiner Familie betroffen sein. Und es zeigt: Jedes Versprechen ist der Anfang von etwas Gutem. Das hat mich bewegt. Was bewegt Sie? Wofür setzen Sie sich ein? Lassen Sie es uns wissen und geben Sie Ihr eigenes Versprechen ab.

Bei der Verleihung des Deutschen Engagementpreises werde ich einige Leserinnen und Leser des Newsletters treffen – und ich freue mich auf weitere Gespräche, die zeigen, wie bunt, wie hilfsbereit, wie engagiert Deutschland ist, denn daran glaube ich: An das solidarische Miteinander in unserem Land und damit an uns alle.

Dafür haben Sie mein Wort.