Preisverleihung 2013

Freiwilliger Einsatz wird belohnt: Das sind die Preisträger des Deutschen Engagementpreises 2013

Der Deutsche Engagementpreis würdigte dieses Jahr bereits zum fünften Mal freiwillig Engagierte für ihren herausragenden Einsatz. Neun Preisträger konnten im Rahmen der festlichen Veranstaltung am 5. Dezember im Konzerthaus Berlin ihre Preise entgegennehmen. Laudatoren aus Politik, Kultur und Medien gestalteten gemeinsam mit rund 400 Gästen die Verleihung zu einem ereignisreichen und emotionalen Abend. Die Vielfalt der ausgezeichneten Engagementprojekte wurde durch unterschiedliche Künstler feierlich in Szene gesetzt.

Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder hielt die Eröffnungsrede und bedankte sich für den unermüdlichen Einsatz aller Menschen, die sich täglich bürgerschaftlich engagieren. Die hohe Relevanz des freiwilligen Engagements zeige sich alleine schon daran, dass im Falle eines Generalstreiks aller Engagierten wichtige Institutionen wie z. B. die Freiwillige Feuerwehr nicht mehr funktionsfähig wären.

Foto: Marc Darchinger

Im Anschluss erörterte Dietmar Meister, Vorstandsvorsitzender der Generali Deutschland Holding AG, in einem Gespräch mit Moderator Mitri Sirin die Bedeutung des freiwilligen Engagements in Deutschland und betonte, dass der Deutsche Engagementpreis für den Generali Zukunftsfonds eine ideale Möglichkeit sei, dieses Engagement zu würdigen.

Kategorie Dritter Sektor

Foto: Marc Darchinger

Nach einem kreativen Auftritt des Rückwärtssprechers Bernhard Wolff erhielten die Preisträger der Kategorie Dritter Sektor als erste an diesem Abend ihren Pokal. Laudator S.K.H. Dr. Oskar Prinz v. Preußen, Herrenmeister des Johanniterordens, würdigte das herausragende freiwillige Engagement des Deutschen Wanderverbandes. Dem Deutschen Wanderverband ist es zu verdanken, dass sich die rund 40 Millionen Wanderer jährlich in Deutschland nicht verlaufen. Durch den Einsatz der freiwilligen Wegezeichner ist der deutsche Wandertourismus überhaupt erst möglich.

Kategorie Wirtschaft

Foto: Marc Darchinger

Das Engagement der Alfred Kiess GmbH überzeugte nicht nur die Jury, sondern auch die sichtlich gerührte Laudatorin Miriam Pielhau. Mit Gesang und Piano stimmten das Künstlerduo Georgette Dee und Terry Truck auf die Ehrung in der Kategorie Wirtschaft ein. Unter dem Motto „Gemeinsam Gutes tun“ bindet die Alfred Kiess GmbH ihre Mitarbeiter in ein Programm aus vielfältigen Engagementmöglichkeiten ein. Geschäftsführer Tilo Kiess setzt sich zudem insbesondere als Spender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei ein und organisiert Typisierungsaktionen.

Schwerpunktkategorie Gemeinsam wirken

Foto: Marc Darchinger

Der Schauspieler Christoph Schüchner und die Regisseurin Sommer Ulrickson leiteten mit einer Szene aus ihrem aktuellen Stück „Angstimmobil“ die Verleihung der diesjährigen Schwerpunktkategorie Gemeinsam wirken – mit Kooperationen Brücken bauen ein. Schauspielerin Marie-Lou Sellem hielt die Laudatio für das Deutsche Bündnis gegen Depression. Das Bündnis engagiert sich für eine bessere Aufklärung von Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, und vernetzt Akteure aus dem Gesundheitswesen, Kommunen und Selbsthilfegruppen miteinander.

Sonderpreis

Foto: Marc Darchinger

Aufgrund der vielen Einsätze von freiwilligen Helfern während der Flut im Juni 2013 entschlossen sich die Initiatoren des Deutschen Engagementpreises, in diesem Jahr drei mit jeweils 5.000 Euro dotierte Sonderpreise zu vergeben. Die Sonderpreise für bürgerschaftlichen Einsatz während der Hochwasserkatastrophe erhielten die Initiative Deggendorf räumt auf, der Frauenverein Maxi und das Mehrgenerationenhaus Grimma. Laudatorin Hildigund Neubert, Staatssekretärin in der Thüringer Staatskanzlei, würdigte in ihrer Ansprache das außergewöhnliche und selbstlose Engagement der drei Initiativen sowie die Bereitschaft der Bürger, in ihrer Region aktiv mit anzupacken und anderen zu helfen, die schwer von der Flut getroffen wurden. 

Kategorie Einzelperson

Foto: Marc Darchinger

Ein Geschenk für die folgende Preisträgerin war die musikalische Darbietung des Bratschisten Christoph Heesch und des Cellisten Friedemann Slenczka. Rosi Gollmann, Gründerin der Andheri-Hilfe e.V., erhielt den Preis in der Kategorie Einzelperson. Laudator Prof. Dr. Hans Fleisch, Sprecher des Bündnisses für Gemeinnützigkeit, würdigte mit seinen Worten das langjährige Engagement von Rosi Gollmann, welches dafür sorgt, dass unzählige Kinder in Indien und Bangladesch eine hoffnungsvolle Zukunft haben und Menschen ein Leben in Würde führen können.

Kategorie Politik & Verwaltung

Foto: Marc Darchinger

Vor der Ehrung der Gemeinde Riegel, die in der Kategorie Politik & Verwaltung mit dem Deutschen Enagementpreis gewürdigt wurde, verzauberte Comedian Gregor Wollny die Zuschauer im Saal mit einer Show aus Pantomime und Magie. Mit der 2012 gegründeten Initiative BEreit hat die Gemeinde Riegel schon viel erreicht: In kürzester Zeit konnten im Bereich „Bürger helfen Bürgern“ zahlreiche Hilfen vermittelt werden; im Projekt „Von Bürgern für Bürger“ wurde u.a. ein Café zum Austausch unter den Bürgern gegründet. Laudatorin Marita Gerwin, Leiterin der Fachstelle Zukunft Alter in Arnsberg und Preisträgerin aus dem Jahr 2010, lobte den Einsatz der Gemeinde für ein besseres und sozialeres Zusammenleben.

Publikumspreis

Foto: Marc Darchinger

Die Trommelstücke der beiden Percussionistas Schwarz & Lustig rissen das Publikum förmlich mit, und es gab einen großen Applaus für die mit Spannung erwartete Verleihung des diesjährigen Publikumspreises. Schauspieler Andreas Hoppe freute sich sichtlich, die Laudatio für diese besondere Kategorie des Deutschen Engagementpreises halten zu dürfen. „Wir wollen die Welt ein bisschen besser machen“, so lautet die Intention der Preisträger Ingenieure ohne Grenzen e.V. Die Organisation versorgt Menschen, deren infrastruktureller Grundbedarf nicht gedeckt ist, mit technischer Hilfe in den Bereichen Wasser, Sanitär und Energie. So konnten in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Projekte mit Erfolg umgesetzt werden. Mehr als 5.000 Menschen gaben den Ingenieuren ohne Grenzen ihre Stimme beim Online-Voting und verhalfen ihnen damit zu dem mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis.

Moderator Mitri Sirin geleitete das Publikum mit seiner charmanten und kurzweiligen Moderation gekonnt durch den Abend und machte diesen für alle Preisträger, Laudatoren und Gäste zu einem besonderen Erlebnis.

 

Finalisten des Online-Votings 2013 (PDF, 205 kB)

Bildergalerie der Veranstaltung
Foto: Marc Darchinger
Konzerthaus Berlin
Foto: Marc Darchinger
Empfang im Konzerthaus
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Bundesministerin Dr. Kristina Schröder
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Preisverleihung "Dritter Sektor": Deutscher Wanderverband
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Georgette Dee
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Empfang im Konzerthaus
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Empfang im Konzerthaus
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Deutscher Wanderverband mit Laudator S.K.H. Dr. Oskar Prinz v. Preußen und Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder
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Laudatorin Miriam Pielhau und Bundesministerin Schröder mit der Kiess GmbH
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Deutsches Bündnis gegen Depression e.V. mit Laudatorin Marie-Lou Sellem
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Presiträger "Sonderpreis Hochwasser": Mehrgenerationenhaus Grimma mit Laudatorin Hildigund Neubert und Bundesministerin Schröder
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Presiträger "Sonderpreis Hochwasser": Initiative Deggendorf räumt auf mit mit Laudatorin Hildigund Neubert und Bundesministerin Schröder
Preisträger "Sonderpreis Hochwasser":Frauenverein Maxi mit Laudatorin Hildigund Neubert und Bundesministerin Schröder
Foto: Marc Darchinger
Preisträger "Politik & Verwaltung": Gemeinde Riegel am Kaiserstuhl
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Preisträger Publikumspreis: Verein Ingenieure ohne Grenzen
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Alle Preisträger 2013 auf der Bühne im Konzerthaus Berlin
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Preisträgerin Kategorie "Einzelperson": Rosi Gollmann mit Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder
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Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Dietmar Meister, Vorstandsvorsitzender der Generali Deutschland Holding AG
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Deutsches Bündnis gegen Depression e.V. mit Bundesministerin Schröder und Dietmar Meister
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Kiess GmbH mit Laudatorin Miriam Pielhau und Bundesministerin Schröder
Foto: Marc Darchinger
Laudatorin Miriam Pielhau mit der Kiess GmbH: Preisträger Kategorie Wirtschaft.
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Frauenverein Maxi mit Laudatorin Hildigund Neubert: Preisträger Sonderpreis Hochwasser
Foto: Marc Darchinger
"Deggendorf räumt auf" mit Laudatorin Hildigund Neubert: Preisträger Sonderpreis Hochwasser
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Mehrgenerationenhaus Grimma mit Laudatorin Hildigund Neubert: Preisträger Sonderpreis Hochwasser
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Gemeinde Riegel mit Laudatorin Marita Gerwin: Preisträger Kategorie Politik & Verwaltung
Foto: Marc Darchinger
Ingenieure ohne Grenzen e.V. mit Laudator Andreas Hoppe: Publikumspreisträger
Foto: Marc Darchinger
Preisverleihung: Preisträger Kategorie Politik & Verwaltung – Gemeinde Riegel
Foto: Marc Darchinger
Preisträger

Die Preisträger 2013

Foto: Deutscher Wanderverband, Jens Kuhr

Kategorie Dritter Sektor: Deutscher Wanderverband

"Dass sich die rund 40 Millionen Wanderer hierzulande nicht verlaufen, haben sie Tausenden ehrenamtlich arbeitenden Wegezeichnern zu verdanken."

Rund 20.000 ehrenamtliche Wegezeichner kümmern sich in Deutschland um etwa 200.000 Kilometer Wanderwege und sind dafür jedes Jahr 350.000 Stunden unterwegs. Die Ausweisung und Markierung von Wanderwegen in Abstimmung mit Naturschutzorganisationen und Forstbehörden dient der Besucherlenkung und ist damit aktiver Naturschutz. Zudem ist der Wandertourismus nur dank des freiwilligen Engagements der Wegezeichner möglich. Die Leistung der vielen freiwillig arbeitenden Menschen wird in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Um diesen Personen ein Gesicht zu geben, hat der Deutsche Wanderverband die Ehrenamtskampagne "Zeichen setzen - 130 Jahre engagiert für Wanderwege" ins Leben gerufen.

Der Deutsche Wanderverband ist der Dachverband von 58 regionalen Mitgliedsvereinen mit rund 600.000 Mitgliedern in mehr als 3.000 Ortsgruppen. Die Vereine bieten geführte Wanderungen an, betreuen Wanderwege, geben Wanderliteratur und -karten heraus, engagieren sich für die regionale Kultur, leisten praktische Naturschutzarbeit und bieten vielfältige Programme für alle, die gerne draußen unterwegs sind.

Foto: Alfred Kiess GmbH

Kategorie Wirtschaft: Alfred Kiess GmbH

"Geben und Nehmen - das Engagement für verschiedene soziale Projekte ist uns ebenso wichtig, wie jeden Tag besser und erfolgreicher zu werden."

Gemeinsam Gutes tun - unter diesem Motto bindet die Alfred Kiess GmbH ihre Mitarbeiter in ihr vielfältiges Engagement ein. Das weltweit tätige, familiengeführte Unternehmen fördert als Unterzeichner der Charta der Vielfalt eine Unternehmenskultur, die auf Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt beruht.

Um die Integration gehörloser Mitarbeiter zu fördern, bietet die Alfred Kiess GmbH allen Kollegen kostenlose Kurse zum Erlernen der Gebärdensprache an. Zudem setzt sich insbesondere der Geschäftsführer Tilo Kiess als Spender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei ein und organisiert Typisierungsaktionen. Mittlerweile sind fast alle der fünfzig Mitarbeiter des Unternehmens bei der DKMS registriert.

2006 riefen die Geschäftsführer die Wohltätigkeitsveranstaltung "Comedy und Kunst zwischen Hobelbänken" ins Leben. Das Unternehmen spendet die Erlöse der Theateraufführung zwischen Hobelbänken und Maschinen der Olgäle Stiftung für das kranke Kind e. V. Seit dem Start des Projektes konnten die Geschäftsführer bereits drei Veranstaltungen durchführen und insgesamt 18.500 Euro an die Stiftung übergeben.

Foto: Alexander Schmidt punctum

Schwerpunktkategorie 2013 "Gemeinsam wirken - mit Kooperationen Brücken bauen": Deutsches Bündnis gegen Depression e.V.

"Depression wird nicht selten von der Öffentlichkeit, aber auch von den Betroffenen selbst als persönliches Versagen missverstanden."

Depressionen zählen nicht nur zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, sondern sind oft auch lebensbedrohlich. Hilflosigkeit findet sich nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch im persönlichen Umfeld.

Um die Versorgung von Menschen mit Depressionen zu verbessern und Suiziden vorzubeugen, haben Experten des ehemaligen Kompetenznetzes Depression 2003 das Deutsche Bündnis gegen Depression gegründet. Der Verein unterstützt unter dem Dach der Stiftung Deutsche Depressionshilfe interessierte Regionen bei der Planung lokaler Aufklärungskampagnen auf 4 Ebenen: In mittlerweile über 70 Städten und Regionen bundesweit werden Hausärzte und Multiplikatoren geschult (z. B. Lehrer, Polizisten; Ebenen 1+3), öffentliche Veranstaltungen organisiert (Ebene 2) sowie (Selbsthilfe-)Angebote für Betroffene und Angehörige geschaffen (Ebene 4). Innerhalb der lokalen Bündnisse engagieren sich Ärzte, Psychotherapeuten, Selbsthilfegruppen, sozialpsychiatrische Dienste und Weitere. Auch im europäischen Ausland und darüber hinaus wurde das 4-Ebenen-Modell erfolgreich übernommen und Bündnisse gegen Depression gestartet.

Foto: Andheri-Hilfe Bonn e.V.

Kategorie Einzelperson: Rosi Gollmann - Andheri-Hilfe Bonn e.V.

"Wir sehen eine Welt, die für alle lebenswerter geworden ist. Eine Welt, in der Fortschritt ein Mehr an Gerechtigkeit und Menschlichkeit bedeutet." (Vision der Andheri-Hilfe Bonn)

Als Rosi Gollmann im Jahr 1959 in einem Zeitungsartikel über die Not in einem Waisenhaus im indischen Andheri las, wollte sie sich nicht mit einer Päckchenaktion ihrer Schüler begnügen, sondern reiste selbst nach Indien. Die dort gewonnenen Eindrücke über die weit verbreitete Armut veränderten ihr ganzes Leben.

Rosi Gollmann gründete 1967 mit Gleichgesinnten den gemeinnützigen Verein Andheri-Hilfe e.V. und entwickelte erste Ansätze einer "Hilfe zur Selbsthilfe" für Menschen in Indien und Bangladesch. Seitdem hat die Andheri-Hilfe unzählige Projekte umgesetzt, z. B. in der Bekämpfung von Kinderarbeit oder bei der Stärkung von Frauen und Familien durch Mikrokredite. Viele hunderttausend Straßenkinder und Kinderarbeiter konnten zu Schule und Beruf geführt werden. 1.300.000 Blindenoperationen wurden bis heute in Bangladesch ermöglicht.

Die 86-jährige Rosi Gollmann sorgt seit mehr als einem halben Jahrhundert mit ihrem unermüdlichen Engagement dafür, dass unzählige Kinder in Indien und Bangladesch eine glückliche Zukunft haben, dass Menschen ein Leben in Würde führen können und dass Mitmenschlichkeit über Grenzen hinweg lebt.

Foto: Gemeinde Riegel

Kategorie Politik & Verwaltung: Gemeinde Riegel - Initiative Bereit

"Unsere Angebote stärken die Gemeinschaft an sich und das Vertrauen in die Gemeinschaft. Wir gehen davon aus, dass damit auch die Fähigkeit gestärkt wird, in Notlagen um Hilfe zu bitten."

Wie können wir eine lebendige Ortsgemeinschaft und den Erhalt der Lebensqualität in unserer Gemeinde fördern? Diese Fragen beschäftigte die rund 3.750 Einwohner zählende Gemeinde Riegel am Kaiserstuhl, als sie 2012 die Initiative "BEreit - Bürgerschaftliches Engagement in Riegel" ins Leben rief.

Ziel der Initiative ist es, Bürgernetzwerke im ehrenamtlichen Engagement aufzubauen, aktive Bürger zu unterstützen und bislang nicht Engagierte zu motivieren. Entstanden ist ein offenes Angebot für Bürger, bei der Weiterentwicklung der Ortsgemeinschaft aktiv mitzuarbeiten und Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen.

Die Initiative hat schon viel erreicht: Im Bereich "Bürger helfen Bürgern" wird die unentgeltliche Unterstützung für einzelne Bürger angeboten, z. B. Fahrdienste, Antragshilfen oder Lernpatenschaften. Zahlreiche Hilfen konnten in kürzester Zeit vermittelt werden. Im Handlungsfeld "Von Bürgern für Bürger" sind Angebote zur Begegnung und Gesellschaft entstanden, z. B. das Café im Bürgerhaus, ein Singkreis für Senioren oder ein Besuchsangebot für Eltern mit Neugeborenen.

Foto: Ingenieure ohne Grenzen e. V.

Kategorie Publikumspreis: Ingenieure ohne Grenzen e. V.

"Wir wollen die Welt ein bisschen besser machen."

Menschen mit technischer Hilfe zu versorgen, deren infrastruktureller Grundbedarf nicht gedeckt ist - das ist das Ziel der Hilfsorganisation Ingenieure ohne Grenzen e. V. Seit 2003 hat der Verein mit etwa hundert Projekten in verschiedenen Ländern akute Probleme in den Bereichen Wasser-, Sanitär- und Energieversorgung sowie Brückenbau gelöst.

Die Organisation entwickelt gemeinsam mit den Menschen vor Ort praktikable Lösungen, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Dies können Regenwasserzisternen sein, die Familien das ganze Jahr über mit sauberem Wasser versorgen und somit die Kindersterblichkeit verringern, eine Brücke, die zu einem Krankenhaus führt, oder Solarpanele, die einen Kindergarten mit Strom versorgen. Die Organisation achtet bei den Projekten auf einfache Lösungen, zieht Materialien vom lokalen Markt ein und schult die Menschen im Umgang mit dem Projekt. Mit diesem Ansatz konnten erfolgreich zahlreiche Projekte in Regionen umgesetzt werden, die bisher von der Versorgung der infrastrukturellen Grundbedürfnisse ausgeschlossen

Foto: Deggendorf räumt auf

Sonderpreis für bürgerschaftlichen Einsatz während der Hochwasserkatastrophe 2013: Deggendorf räumt auf

"Einfach nur helfen. Spätestens wenn man direkt vor Ort an der Wasserlinie stand und die beklemmende Atmosphäre am eigenen Leib fühlte, waren dieses Bedürfnis und der Drang danach außergewöhnlich stark ausgeprägt."

Unzählige Städte wurden überflutet, tausende Menschen mussten ihr Zuhause verlassen und sich in Sicherheit bringen - die Hochwasserkatastrophe 2013 hatte dramatische Folgen. Auch in Deggendorf wurden rund 20 Prozent der Gesamtfläche überschwemmt.

Aus diesem Grund gründete sich die Initiative "Deggendorf räumt auf" an der Hochschule Deggendorf. Die Hauptaufgabe der Initiative bestand darin, zivile Helfer im Landkreis zu organisieren und koordinieren. Sie organisierten für die Betroffenen und Helfer Unterkünfte, Werkzeug und Ausrüstungsmaterial sowie kostenlose Fachkräfte für die Aufräumarbeiten im Katastrophengebiet. In einer provisorischen Zentrale waren zu Höchstzeiten insgesamt acht Telefone besetzt. Zusätzlich richteten die Engagierten die Facebook-Seite "Deggendorf räumt auf" ein, um alle Bürger im Landkreis über die aktuelle Lage und die Hilfsarbeiten unmittelbar aus dem Krisengebiet zu informieren.

 

Die Initiative "Deggendorf räumt auf" hat dank ihres beeindruckenden Einsatzes 4.500 Helfer organisiert, etwa 80 Unterkünfte vermittelt und unzählige Gerätschaften, kostenlose Fachkräfte und Elektroautos zur Verfügung gestellt.

Foto: Mehrgenerationenhaus Grimma

Sonderpreis für bürgerschaftlichen Einsatz während der Hochwasserkatastrophe 2013: Mehrgenerationenhaus Grimma

„Mehrgenerationenhäuser sind zentrale Anlaufstellen für passgenaue und unkomplizierte Hilfeleistungen vor Ort.“

Bundesweit engagierten sich Menschen aus den Mehrgenerationenhäusern bei der Bewältigung der Folgen des Hochwassers und waren damit zentrale Anlaufstellen für Hilfe vor Ort. Dank der aktiven Unterstützung zahlreicher freiwillig Engagierter hat das Mehrgenerationenhaus Grimma eine zentrale Rolle während der Hochwasserkatastrophe eingenommen.

Zehn bis zwölf Personen waren ständig im Einsatz, obwohl die Räumlichkeiten des Hauses selbst schwer vom Hochwasser betroffen waren. Sie organisierten Hilfsangebote wie eine Sachspendenausgabe oder die Aktion „Biete und Suche“, eine Tauschbörse für Dienstleistungen, Haushaltswaren und Technik. Die freiwillig Engagierten führten Gespräche, machten Hausbesuche bei älteren Menschen und boten Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen auf finanzielle und materielle Unterstützung an. Während der Aufräumphase wurden bis zu 35 freiwillig Engagierte aus allen Altersgruppen vom Mehrgenerationenhaus koordiniert.

Foto: Frauenverein Maxi e. V.

Sonderpreis für bürgerschaftlichen Einsatz während der Hochwasserkatastrophe 2013: Frauenverein Maxi e. V.

"Gegenseitige selbstlose Unterstützung stärkt unser Gemeinschaftsgefühl, wir stehen nicht allein."

15 Frauen engagieren sich im Frauenverein Maxi e. V. aus dem thüringischen Waltersdorf, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiert. Sie organisieren kreative Angebote besonders für Frauen und betreuen die Senioren des Ortes. In diesem Jahr wurde die Waltersdorfer Schulstube eröffnet, ein besonderes Augenmerk wird auf die Heimat- und Brauchtumspflege gelegt. Es werden Osterbräuche, der Thüringisch-Sächsische Osterpfad oder der Weihnachtsmarkt im historischen und stilvoll geschmückten Ambiente mit über 30 Händlern gestaltet.

Besonders beeindruckend war das Engagement des Vereins während der Hochwasserkatastrophe 2013. Mindestens sechs Frauen waren täglich im Einsatz. Sie sorgten dafür, dass Helfer mit Jeeps über Waldwege und überschwemmtes Gebiet zu den eingeschlossenen Bewohnern vordringen konnten. Zudem verpflegten sie Betroffene mit warmen Getränken und erledigten Einkäufe. Als das Wasser zurückging, beteiligten die Frauen sich an den Aufräumarbeiten, z. B. befreiten sie Wiesen von angeschwemmtem Unrat und Treibgut, reinigten Gärten und Wohnräume. Zu guter Letzt spendeten die Frauen persönlich und aus ihrem Vereinskonto Geld an zwei betroffene Familien.

Foto: Marc Darchinger