Deutscher Engagementpreis 2009

Feierliche Anerkennung - Wettbewerb und Preisträger 2009

Einen Abend lang stand der Deutsche Bundestag ganz im Zeichen von freiwilligem Engagement: Die diesjährigen Preisträger des Deutschen Engagementpreises wurden für ihren Einsatz ausgezeichnet.Das Programm spiegelte die Vielfalt ihres Wirkens wider: Künstler verschiedener Genres setzten die einzelnen Engagementformen in Szene. Die feierliche Preisverleihung rundete auch ein erfolgreiches erstes Jahr der Kampagne »Geben gibt.« ab.

2009 wurden erstmals Preisträger in fünf Kategorien mit dem Deutschen Engagementpreis für ihren ehrenamtlichen Einsatz sowie gemeinnützige Projekte ausgezeichnet; der Deutsche Bundestag ganz im Zeichen von freiwilligem Engagement. Das Programm spiegelte die Vielfalt desselben wider: Künstler verschiedener Genres setzten die einzelnen Engagement-Formen in Szene. Die feierliche Preisverleihung rundete auch ein erfolgreiches erstes Jahr der Kampagne »Geben gibt.« ab.

Lachen ist die beste Medizin – so lautet das Motto des Comedy-Doktors Eckart von Hirschhausen. Das bewies er einmal mehr bei der Verleihung des ersten Deutschen Engagementpreises in Berlin. Hirschhausen, der selbst für seine bundesweite Stiftung „Humor hilft heilen“ ehrenamtlich tätig ist, präsentierte einen der Preisträger – die Initiative „Fußball baut Brücken“.Insgesamt fünf Engagierte und ihre Projekte wurden am 5. Dezember, dem Tag des Ehrenamtes, im Berliner Paul- Löbe-Haus mit dem Deutschen Engagementpreis ausgezeichnet.

Neben Eckart von Hirschhausen zeigten der Sprachkünstler Timo Brunke und die Wee Dance Company, wie sich das Thema freiwilliges Engagement künstlerisch umsetzen lässt. Alfred Biolek führte als Moderator durch den Abend. Er hob gleich zu Beginn der Veranstaltung das Anliegen der Initiatoren hervor: gesellschaftliches Engagement sichtbar zu machen und dessen Ansehen in der Bevölkerung zu stärken.

Mehr als 2.200 Personen und Projekte wurden in den Sommermonaten für den Deutschen Engagementpreis nominiert, knapp 1.000 Projekte eingereicht. Eine elfköpfige Jury ermittelte die Preisträger in vier Kategorien. Zudem konnten alle Bürgerinnen und Bürger online über den Gewinner des Publikumspreises abstimmen. 38.000 Stimmen wurden insgesamt für 20 Shortlist-Projekte abgegeben. Diese fünf Preisträger und ihre Projekte wurden am 5. Dezember stellvertretend für 23 Millionen Engagierte mit dem Deutschen Engagementpreis ausgezeichnet:

Kategorie "Sozialunternehmen"

Foto: Marc Darchinger

Katja Urbatsch, Gründerin und ehrenamtliche Geschäftsführerin von ArbeiterKind.de. kann sich mit ihrer Initiative "ArbeiterKind.de" über die Auszeichnung in der neu geschaffenen Kategorie "Sozialunternehmen" freuen. Die Jury entschied, diese alternativ zu der Kategorie "Wirtschaft" zu vergeben, da keine vergleichbar innovativen Projekte eingereicht worden waren. Kinder aus nichtakademischen Familien studieren selten. Einer von vielen Gründen ist das Informationsdefizit. Hier möchte die Initiative ArbeiterKind.de Abhilfe schaffen. Auf dem Internetportal finden Jugendliche Informationen rund um das Studium. "Darüber hinaus bauen wir ein bundesweites Netzwerk von Mentoren auf, um Schülern und Studierenden als Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite zu stehen", berichtet Katja Urbatsch, Gründerin und ehrenamtliche Geschäftsführerin von ArbeiterKind.de. Seit dem Start im Mai 2008 gewann die Initiative mehr als 1.200 ehrenamtliche Mentoren für die 70 lokalen Gruppen von ArbeiterKind.de. In Zukunft sollen auch Haupt- und Realschüler über Berufsperspektiven informiert werden.

Kategorie "Einzelperson"

Foto: Marc Darchinger

In der Kategorie „Einzelperson“ erhält Günter Bechtold den Deutschen Engagementpreis. 2003 hat er als Trainer des SC Neuburgweier das Projekt „Fußball baut Brücken“ gegründet. Ein Mal im Monat trainieren seine Jugendkicker mit behinderten Schülerinnen und Schülern der Ludwig-Guttmann-Schule Karlsbad. "Der Spaß, die Leidenschaft und die Motivation der Kinder entschädigen für die anfänglich vorhandenen bürokratischen Hürden", resümiert Bechtold. Inzwischen entwickeln Sportclub und Schule weitere Projekte, zum Beispiel das für die behinderten Schüler angepasste, vom DFB anerkannte Fußballabzeichen »Tandem«. Weitere Höhepunkte sind das jährliche Sportfest und Besuche bei Proficlubs. "Unser Projekt hat sicherlich Modellcharakter, denn es ist überall eins zu eins umsetzbar – die Sprache des Fußballs versteht jeder", so Bechtold.

Kategorie "Dritter Sektor"

Foto: Marc Darchinger

Die "Grünen Damen und Herren" der Evangelischen Krankenhaus-Hilfe e.V. (EKH) erhalten die Auszeichnung in der Kategorie "Dritter Sektor".Mit ihren grünen Kitteln fallen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der EKH im Krankenhausalltag auf. Die »Grünen Damen und Herren« besuchen ältere, kranke und behinderte Menschen. Sie nehmen sich Zeit für Gespräche, erledigen kleinere Besorgungen oder Hilfeleistungen. Der 1969 gegründete Besuchsdienst hat sich mittlerweile in ganz Deutschland etabliert. "Die ehrenamtliche Unterstützung ergänzt die ärztliche, pflegerische, therapeutische und seelsorgerische Arbeit auf der rein menschlichen Ebene", erläutert Gabriele Trull, seit 1996 Vorsitzende der EKH. Mehr als 10.000 Grüne Damen und etwa 70 Grüne Herren besuchen bundesweit ungefähr 450 Krankenhäuser und 260 Altenheime. Ihre Anwesenheit wird inzwischen auch von stationären Einrichtungen aktiv angefragt.

Kategorie "Politik & Verwaltung"

Foto: Marc Darchinger

Der Deutsche Engagementpreis in der Kategorie „Politik & Verwaltung“ geht an die Bürgerkommune Nürtingen: Knapp die Hälfte der Nürtinger Bevölkerung – etwa 20.000 Bürgerinnen und Bürger – engagiert sich in der 1991 gegründeten Bürgerkommune der Stadt. Diese ermöglicht eine stärkere und direktere Beteiligung der Bürger an Kommunalpolitik. Mittlerweile sind rund 80 ausgebildete Bürgermentoren als Brückenbauer für unterschiedliche Projekte im Einsatz. Zum Beispiel leiten sie 15 Beteiligungsforen: Bürger, Gemeinderäte und Verwaltungsmitarbeiter arbeiten zusammen, organisieren Projekte, bereiten Anträge für den Gemeinderat vor. Ein weiteres Ziel der Bürgerkommune ist es, freiwilliges Engagement zu fördern und aufzuwerten, beispielsweise durch ein Bonussystem und Weiterbildungen.

Kategorie "Publikumspreis"

Foto: Marc Darchinger

Rund 13.000 Stimmen erhielt das Gewinnerprojekt im Rennen um den "Publikumspreis": Die SOZIALHELDEN haben es geschafft, vor allem junge Menschen für gesellschaftliche Probleme zu sensibilisieren. Mit kreativen Aktionen auf soziale Probleme aufmerksam machen – das ist das Ziel der Sozialhelden. Sie wollen zu einem fairen und hilfsbereiten Miteinander anregen. Der Verein wurde 2004 von Raul Krauthausen und Jan Mörsch in Berlin gegründet. Mittlerweile bekommen sie Unterstützung von einem großen Netzwerk an Freiwilligen.

Die SOZIALHELDEN entwickelten eine Plattform, auf der sich Rollstuhlfahrer über barrierefreie Orte austauschen können. Krauthausen, selbst im Rollstuhl, stellte mit der Aktion »BVGeh-Behindert« auch schon die Barrierefreiheit der Berliner Verkehrsbetriebe auf die Probe. Ihm ist vor allem eines wichtig: Mit den Aktionen der SOZIALHELDEN Aufmerksamkeit statt Mitleid zu erregen. Großen Erfolg genießt auch die Idee, Pfandbons in Supermärkten zu sammeln, um soziale Einrichtungen zu unterstützen. Grüne »Pfandtastisch helfen!«-Boxen hängen inzwischen in 100 Berliner Kaiser’s-Filialen. Auch in anderen deutschen Städten können Kunden ihre Pfandbons spenden.Insgesamt 20 Projekte und Personen wurden von der Jury für die Shortlist zur Abstimmung über den Publikumspreis ausgewählt.

 

Das Endergebnis des Online-Votings 2009 (PDF, 71 kB)

Bildergalerie
Foto: Marc Darchinger
Engagementpreis Preisträger 2009
Foto: Marc Darchinger
Preisträger Dritter Sektor: Arbeitsgemeinschaft Evangelische Krankenhaus-Hilfe e.V., Frau Gabriele Trull, Bundesvorsitzende, nimmt stellvertretend den Deutschen Engagementpreis 2009 in der Kategorie Dritter Sektor entgegen.
Foto: Marc Darchinger
Günter Bechtold (rechts) Preistraeger 2009 in der Kategorie Einzelperson mit seinem Projekt "Fussball baut Bruecken", links: Prof. Dr. Hans Fleisch, Bündnis für Engagement.
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Bügerkommune Nürtingen, Preisträger 2009 in der Kategorie Politik und Verwaltung, vlnr.: Jacob Schrot, Bürgermeister Heirich, Moderator Biolek.
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Katja Urbatsch, Preisträgerin in der Kategorie Sozialunternehmen für ihre Initiative "ArbeiterKind.de".
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Kategorie „Politik & Verwaltung“: Bürgerkommune Nürtingen
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