Hilfestelle für Migranten in Kamenz - Gegen die Hilflosigkeit
- Ansprechpartner:in: Angelina Burdyk
- Organisation: Neue Nachbarn e.V.
- Themen: Demokratie und Partizipation, Engagement für Engagement, Integration und Diskriminierung, Soziales, Wohnen und Nachbarschaft
- Zielgruppen: Ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen, Männer
- Ort: Demitz-Thumitz
Mit Verlust der Sprache verliert man zum größten Teil auch die Identität. Wir helfen den Geflüchteten ihre Identität auf dem neuen Platz zurück zu gewinnen und weiterentwickeln.
Der Verein Neue Nachbarn e.V. unterstützt seit seiner Gründung geflüchtete Menschen – mit besonderem Fokus auf Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Ziel ist es, Orientierung zu bieten, Integration zu fördern und Menschen dabei zu unterstützen, ihre Identität und Selbstwirksamkeit in einer neuen Umgebung zurückzugewinnen. Kern des Engagements ist ein partizipativer Ansatz: Geflüchtete werden auf allen Ebenen in die Vereinsarbeit eingebunden – als Teilnehmende, Mitgestaltende und Verantwortliche. Sie bringen eigene Fähigkeiten, Ideen und Erfahrungen ein und entwickeln diese im neuen gesellschaftlichen Kontext weiter. Ein Beispiel: Die neue stellvertretende Vorsitzende des Vereins ist selbst Geflüchtete und hat ihre Erfahrungen aus der zivilgesellschaftlichen Arbeit in ihrer Heimat erfolgreich in die Vereinsstruktur eingebracht. Trotz fehlender öffentlicher Förderung und zunehmender Ermüdung bei der Mittelakquise gelingt es dem Verein, aktiv zu bleiben – getragen von motivierten Freiwilligen. Diese Kontinuität und der Einsatz Einzelner machen das Engagement besonders wertvoll. Das Angebot ist breit gefächert: Regelmäßig finden kostenlose Alltagsberatungen für Menschen mit Sprachbarrieren statt. Für Kinder werden kreative Workshops angeboten, Erwachsene erhalten Zugang zu Informationsveranstaltungen zu gesellschaftlich relevanten Themen sowie reisen zusammen zu bedeutenden Orten in Sachsen und außerhalb, wo sie Geschichte und Kultur Deutschlands besser kennenlernen können. Ein besonderer Fokus liegt auf der Begegnung von Einheimischen und Geflüchteten – nicht auf niederschwelliger Ebene, sondern in einem anspruchsvollen, offenen Dialog über Kunst, Literatur, persönliche Erfahrungen und aktuelle politische Entwicklungen.