Diakonisches Werk Augsburg e.V.: Mit Märchen gegen Trauma
- Ansprechpartner:in: Susanne Donn
- Organisation: Diakonisches Werk Augsburg e.V.
- Themen: Gesundheit, Soziales, Integration und Diskriminierung
- Zielgruppen: Kinder und Jugendliche, Frauen, finanziell oder sozial schlechter gestellte Menschen, Männer
- Ort: Augsburg
Die Gruppenkinder haben gelernt: Leben kann gelingen. Ich kann zum Helden oder zur Heldin meiner eigenen Lebensgeschichte werden. Oft braucht es mehr als Märchen und freundliche Zuwendung. Und doch beginnt der Weg zur Heilung und zu einem glücklichen Leben oft genau so: dass ich mich von einem Märchen berühren lasse, meine Seele wieder Flügel bekommt und ich mich mutig und hoffnungsvoll auf den Weg mache. (Pfarrer Fritz Graßmann, Vorstand Diakonisches Werk Augsburg e.V., Vorwort Praxisleitfaden)
Unsere Kinder haben schlimme Erfahrungen gemacht und leiden daher oft unter Ängsten, Traurigkeit, Schlafbeschwerden oder Bauch- und Kopfschmerzen. Zudem haben sie zu Beginn der Gruppen oftmals Probleme mit dem Sozialverhalten und damit, ihre Gefühle zu verstehen. Die in Augsburg entwickelte Märchenpädagogik ist dabei eine sanfte Methode, bei der die Kinder nicht über eigene Traumaerfahrungen sprechen müssen. Vielmehr können sie mit mehr Leichtigkeit über die Erlebnisse der Heldinnen und Helden aus den erzählten Geschichten sprechen. Dadurch lernen die Kinder an fiktiven Geschichten, wie sie belastende Situationen verarbeiten, damit keine bleibenden seelischen Belastungen entstehen. Die Geschichten sind speziell für Kinder aufbereitet, so dass sie sich darin gut wiederfinden können. Eine einfache bildhafte Sprache ermöglicht auch Kindern mit Unterstützungsbedarf die Teilnahme. Wichtig ist den Kindern zu zeigen, dass sie auf Hilfe vertrauen und mutig den ersten Schritt wagen können. Selbstverständlich wird in der Gruppe auch gespielt und gebastelt, sodass die Kinder an jede Gruppenstunde eine positive Erinnerung haben. Oft sind Eltern unsicher, ob sie mit ihren Kindern über das Erlebte reden oder nur für einen stabilen Alltagsablauf sorgen sollen. Damit die Gruppen nachhaltig wirken können, werden die Eltern einbezogen und individuell geschult. Dabei werden ein besseres Verständnis der Symptomatik ihrer Kinder und zielgerichtete Hilfsangebote vermittelt.