Projekt der Erinnerungskultur „Gegen das Vergessen“, Ibbenbüren

Projekt der Erinnerungskultur  „Gegen das Vergessen“, Ibbenbüren
Foto: Barbara Kurlemann
  • Ansprechpartner:in:  Barbara Kurlemann
  • Organisation:  Team Schulseelsorge Ibbenbüren
  • Themen:  Bildung, Demokratie und Partizipation, Engagement für Engagement, Integration und Diskriminierung, Bürger- und Menschenrechte, Kirche und Religion
  • Zielgruppen:  ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, hilfe- oder pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderungen, finanziell oder sozial schlechter gestellte Menschen, Frauen, Männer, LGBTQI+, Sonstige
  • Ort:  Ibbenbüren

"Schweigen hilft den Falschen. Die Überlebenden haben oft berichtet, dass nicht die Täter allein sie zerstört haben, sondern auch die Gleichgültigkeit der Zuschauer.....Zuschauer möchten wir nicht mehr sein und nie wieder werden." (Prof Dr. Christoph Rass von der Universität Osnabrück in seiner Einführungsrede zur Veranstaltung "Erinnern für unsere Zukunft" mit Anna Strishkowa)

Barbara Kurlemann

Die Ausstellung Gegen das Vergessen des Fotokünstlers Luigi Toscano bildete im Okt/Nov 2024 in Ibbenbüren den Auftakt einer neuen Phase der lokalen Erinnerungskultur. Auf einem offenen Gelände zwischen zwei Schulen zeigten überlebensgroße Porträts von Holocaust-Überlebenden eindrücklich die Folgen von Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus. Herzstück war das ehrenamtliche Engagement von rund 30 Schülerinnen und 10 Erwachsenen, die als Guides täglich Schulklassen, Gruppen und EinzelbesucherInnen führten, Biografien erklärten, demokratische Werte diskutierten und begleitende Kurzfilme zeigten. Zusätzlich fanden Schul- und Abendveranstaltungen mit dem Holocaust-Überlebenden Dr. Boris Zabarko statt – in Ibbenbüren, im Kreis Steinfurt, sowie in Osnabrück und Münster. Allein diese Veranstaltungen erreichten mehr als 5000 Menschen. Das Engagement reagiert auf die gesellschaftliche Herausforderung, demokratische Haltung zu stärken und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten – besonders sichtbar, als in Ibbenbüren im Dez 2023 der Anne-Frank-Gedenkbaum mutwillig abgesägt wurde. Innovativ ist die Verbindung von Schulseelsorge, kultureller Bildung und ehrenamtlicher Beteiligung junger Menschen. Die Guides übernahmen Verantwortung, wurden zu Multiplikator*innen und tragen die Inhalte aktiv in ihre Lebenswelt. Das Projekt hat 2025 und 2026 Fortsetzung gefunden mit Veranstaltungen der Holocaust-Überlebenden Anna Strishkowa, der Protagonistin des Films "Schwarzer Zucker - rotes Blut".

Nominiert für den
Deutschen Engagementpreis
2026