Ausgezeichnetes Projekt „Schülergericht Chemnitz“, AWO Kreisverband Chemnitz & Umgebung e.V.

Ausgezeichnetes Projekt „Schülergericht Chemnitz“, AWO Kreisverband Chemnitz & Umgebung e.V.
  • Ansprechpartner:in:  Anja Hentschel
  • Organisation:  „Schülergericht Chemnitz“, AWO Kreisverband Chemnitz & Umgebung e.V.
  • Themen:  Bildung, Demokratie und Partizipation, Integration und Diskriminierung, Soziales, Bürger- und Menschenrechte
  • Zielgruppen:  Kinder und Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund
  • Ort:  Chemnitz

Als Schülerrichterin habe ich wertvolle Einblicke in die Lebensrealitäten und Herausforderungen Jugendlicher und in die Arbeit der Justiz gewonnen. Besonders wichtig war es, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der sich Jugendliche öffnen und gemeinsam sinnvolle Lösungen erarbeiten konnten. Die Zusammenarbeit mit ihnen sowie der Austausch über unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen haben meinen Horizont nachhaltig erweitert. Zitat von Hermine, Schülerrichterin

Anja Hentschel

Das Projekt „Schülergericht“ gibt jungen Engagierten (zw. 14-20 Jahren), mit einer Ausbildung zu ehrenamtlichen Schülerrichter:innen, die Möglichkeit mit Mut und Kreativität eine aktive Rolle im Jugendstrafverfahren einzunehmen. Es bietet die Chance eine Straftat konstruktiv zu bearbeiten. Dies geschieht in einem Gremiumsgespräch zwischen der/dem Beschuldigten und dem Schülergremium, bestehend aus drei ausgebildeten Schülerrichter:innen in Zusammenarbeit mit 2 Sozialpädagoginnen. In diesem Gespräch auf Augenhöhe findet eine direkte und persönliche Auseinandersetzung für jugendliche Ersttäter:innen mit der Straftat, ihren Hintergründen sowie deren Lebenswelt statt. Es erfolgt eine individuelle Reaktion an die, die Staatsanwaltschaft gebunden ist. Das Schülergremium legt eine der Persönlichkeit des Beschuldigten und der Straftat angemessenen Maßnahme fest. Oftmals wird deutlich, dass hinter den Straftaten ein Hilfebedarf steckt. Daher orientieren sie sich bei der Sanktionsfindung neben der Reaktion auf die Straftat auch an den persönlichen Umständen der Beschuldigten. Ziel ist es eine passgenaue Festlegung zu finden und damit die Einstellung des Strafverfahrens zu ermöglichen. Die Ehrenamtlichen durchlaufen eine intensive Ausbildung mit Informationen zum Jugendstrafverfahren, Einblicken in die Berufsfelder: Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendgerichtshilfe und Amtsgericht und erlernen in Rollenspielen Kommunikationstechniken und Gesprächsführung.

Nominiert für den
Deutschen Engagementpreis
2026