UnbezahlBar

UnbezahlBar
Foto: DRK Berlin Nord-Ost
  • Ansprechpartner:in:  Johanna Eichstädt
  • Organisation:  pad gGmbH (Projekte: BENN Marzahn-Süd und BENN Blumberger Damm) und das DRK Berlin Nord-Ost
  • Themen:  Demokratie und Partizipation, Engagement für Engagement, Integration und Diskriminierung, Inklusion, Soziales, Umwelt- und Naturschutz, Wohnen und Nachbarschaft
  • Zielgruppen:  ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, hilfe- oder pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderungen, finanziell oder sozial schlechter gestellte Menschen, Frauen, Männer, LGBTQI+
  • Ort:  Berlin
Nominiert von: Zero Waste Award 2025

In der UnbezahlBar begegnen sich Menschen jenseits üblicher Kategorien: Wer mit der Überforderung einer Wohnungsauflösung kommt, findet hier praktische Entlastung und ein offenes Ohr. Im Miteinander mit geflüchteten Menschen, die ihr Leben neu ordnen müssen, lösen sich feste Rollen auf. Wer eben noch Hilfe suchte, wird zum verständnisvollen Stützpfeiler in der Nachbarschaft. Das baut Vorurteile sanft ab – denn am Ende haben wir alle ähnliche Sorgen und die Fähigkeit füreinander da zu sein.

Johanna Eichstädt

Was ist die „UnbezahlBar“ in Berlin-Marzahn? Auf den ersten Blick ein Ort, an dem Kleidung, Spielzeug oder Hausrat abgegeben und kostenlos mitgenommen werden. Doch hinter dem Projekt von pad gGmbH und DRK steckt ein wegweisendes Konzept für sozialen Zusammenhalt. Täglich begegnen sich hier 200 bis 400 Menschen aller Generationen und Herkünfte. Das Besondere: Niemand muss seine Bedürftigkeit nachweisen, was Schamgrenzen abbaut und ein Miteinander auf Augenhöhe schafft. Die eigentliche Innovation ist die schlaue Verknüpfung von Umsonstladen, Teestube und professioneller Hilfe. Wer zum Stöbern kommt oder einen Tee trinkt, stolpert quasi nebenbei über eine offene, mehrsprachige Sozialberatung. Ohne Termin, sterile Büros oder Angst vor Behörden wird bei existenziellen Sorgen – von Schulden über familiäre Probleme bis zu drohender Wohnungslosigkeit – sofort geholfen. Niemand bleibt mit seinen Problemen allein. Gleichzeitig ist der Laden ein starker Integrationsmotor: Viele Geflüchtete engagieren sich hier ehrenamtlich. Dadurch werden sie in der Nachbarschaft nicht als passive Hilfsempfänger_innen wahrgenommen, sondern als aktiv Gebende auf Augenhöhe. Zudem sammeln sie hier extrem relevante Arbeitserfahrung, die vielen danach den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt ebnet. Das macht Vielfalt positiv erlebbar, baut Vorurteile ab und verhindert soziale Konflikte. Die UnbezahlBar zeigt: Nachhaltigkeit und soziale Fürsorge gehören zusammen – einfach, menschlich und hochwirksam.

Nominiert für den
Deutschen Engagementpreis
2026