Evangelische Jugendarbeit Wurzen

Evangelische Jugendarbeit Wurzen
Foto: M. Lorenz
  • Ansprechpartner:in:  Fabian Hanspach
  • Organisation:  Evangelische Jugendarbeit Wurzen
  • Themen:  Bildung, Demokratie und Partizipation, Engagement für Engagement, Bürger- und Menschenrechte
  • Zielgruppen:  Kinder und Jugendliche
  • Ort:  Wurzen
Nominiert von: Margot Friedländer Preis

Wir wollen die Augen vor der Geschichte unserer Heimat nicht verschließen, sondern Verantwortung übernehmen und den Opfern ihre Namen zurückgeben. Dass wir als junge Generation selbst ein ganzes Buch übersetzt und so viele Menschen erreicht haben, zeigt uns: Wir können aktiv etwas verändern. Erinnerung ist für uns kein verstaubtes Pflichtprogramm, sondern gelebte Menschlichkeit.

Fabian Hanspach

Die Evangelische Jugendarbeit Wurzen setzt sich mit dem Projekt „GrenzGeschichten“ unter der Leitung von Diakon Fabian Hanspach seit Jahren unermüdlich für Demokratie, Toleranz und eine lebendige Erinnerungskultur ein. Das Engagement reagiert auf das Vergessen von NS-Verbrechen in der Region und stellt sich aktiv dem Erstarken rechter Tendenzen entgegen. Konkret forschen Jugendliche in Archiven nach unentdeckten NS-Schicksalen ihrer Region, errichten Gedenkstätten und machen die Biografien von Opfern wieder sichtbar. Ein außergewöhnlicher Höhepunkt war das Übersetzungsprojekt „SIE WAREN NEUN“: Da kein großer Verlag das Buch der US-Autorin Gwen Strauss veröffentlichen wollte, übersetzten 14 Jugendliche den Bestseller in zweijähriger Eigenregie ins Deutsche. Das Werk erzählt die wahre Geschichte von neun jungen Zwangsarbeiterinnen, die dem Todesmarsch entkamen – genau dort, wo die Jugendlichen heute leben. Um die Botschaft weiterzutragen, initiierten sie mit TV-Star Thomas Rühmann zudem eine Lesereise mit bekannten Schauspielern. Das Engagement zeichnet sich durch den innovativen Ansatz aus, junge Menschen von Konsumenten zu aktiven Gestaltern von Geschichte zu machen. Es erreicht die breite Öffentlichkeit, sensibilisiert Schulklassen und setzt ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus. Für diesen beispielhaften Einsatz für Menschlichkeit und das Aufarbeiten regionaler NS-Verbrechen wurde die Gruppe mit dem Hauptpreis des renommierten Margot-Friedländer-Preises ausgezeichnet.

Nominiert für den
Deutschen Engagementpreis
2026