Salamandra salamandra terrestris
- Ansprechpartner:in: Karolin Egle
- Organisation: NABU-Bezirksverband Donau-Bodensee
- Themen: Tierschutz, Umwelt- und Naturschutz
- Zielgruppen: Kinder und Jugendliche, Frauen, Männer
- Ort: Reichenau
Wenn wir gemeinsam gute Daten beim Amphibienschutz zusammentragen, bringt das Erfolg für dauerhafte Lösungen. Unsere Erde muss erhalten bleiben, damit wir noch lange gut darauf leben können.
Seit 2020 schützt die NABU-Ortsgruppe eine Feuersalamanderpopulation im Wasserburgertal, Landkreis Tuttlingen, durch einen beidseitigen Amphibienschutzzaun und erhebt verschiedene Daten der Tiere. Neben Informationen über Fundort, Zeitpunkt, Größe, Gewicht, Wanderrichtung und Muster werden auch Geschlecht, Wiederfundhäufigkeit, die Zahl überfahrener Tiere sowie die DNA einiger Individuen erfasst. Mithilfe der DNA-Analyse wurde die genetische Vielfalt und damit die Resistenz der Population gegenüber Umwelteinflüssen untersucht. Die Datenerfassung wurde durch einen selbst gebauten Forschungswagen optimiert, der Gewicht, Größe und Bilder der Tiere aufnimmt, sowie durch die eigens entwickelte App MerkTier für alle Betriebssysteme. Diese App erfasst Zeitpunkt, Fundort/GPS, Wanderrichtung, Geschlecht, Zustand und Bild. Durch die neue Konstruktion der Spiegelstation werden die Feuersalamander nun auch in 3D erfasst, um so ihr Gewicht näherungsweise zu bestimmen. Insgesamt wurden bei über 1500 Begegnungen mehr als 700 Individuen festgestellt. Die Bilder, die die individuellen Rückenmuster der Tiere zeigen, wurden visuell verglichen und ergänzend mit der KI-Software Wildbook ausgewertet. So konnte belegt werden, dass die Population von März bis Oktober den gesamten Straßenbereich nutzt und einzelne Individuen die Straße mehrfach queren. Durch endoskopische Untersuchungen wurde ein Höhlenversteck direkt neben der Straße entdeckt. Die gefährdete Art muss unbedingt durch eine langfristige und effektive Schutzeinrichtung vor dem Straßentod bewahrt werden.