SABS e.V. (Sächsischer Anonymer Behandlungsschein)
- Ansprechpartner:in: Sophie Pauligk
- Organisation: SABS e.V.
- Themen: Gesundheit, Soziales, Integration und Diskriminierung, Bürger- und Menschenrechte
- Zielgruppen: hilfe- oder pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, finanziell oder sozial schlechter gestellte Menschen
- Ort: Riesa
Die Behandlung von Menschen ohne Krankenversicherung erinnert mich oft an meine Zeit als Arzt im Ausland, im Entwicklungsdienst: Man muss versuchen, mit eingeschränkten Möglichkeiten viel herauszuholen. Es macht einen großen Unterschied, wenn man Menschen versorgt, die sonst garnicht behandelt werden würden. Und man bekommt auch viel zurück. – Dr. Reiko Tacke, Hausarzt in Dresden
Der SABS e.V. setzt sich dafür ein, dass Menschen ohne Krankenversicherung Zugang zu Behandlung erhalten und dauerhaft in die Krankenversicherung zurückfinden. Das Angebot richtet sich an Menschen, die ihren Versicherungsschutz verloren haben – zum Beispiel durch finanzielle Not, prekäre Beschäftigung, Migration, Wohnungslosigkeit, familiäre oder psychische Krisen. Viele wissen nicht, welche Ansprüche sie haben, oder scheitern an der Komplexität des Sozialrechts. Um diese Versorgungslücke zu schließen, baut der Verein seit 2020 in Sachsen Hilfsstrukturen für Menschen ohne Krankenversicherung auf, die es zuvor nicht gab. Herzstück ist die landesweite Clearingberatung, die Betroffene mit sozialrechtlicher Expertise bei der Klärung ihres Versicherungsstatus unterstützt und sie auf dem Weg zurück in die Krankenversicherung begleitet. Ergänzt wird sie durch die ehrenamtliche KosMOS-Sprechstunde für wohnungslose und unversicherte Menschen in Dresden sowie durch enge Kooperationen mit sozialen Einrichtungen, medizinischen Praxen und Krankenhäusern. Gleichzeitig macht der SABS e.V. auf die Ursachen fehlender Krankenversicherung aufmerksam und setzt sich für politische und strukturelle Lösungen ein. Ziel ist nicht, dauerhafte Parallelstrukturen zu schaffen, sondern allen gleichermaßen Zugang zum bestehenden Gesundheitssystem zu ermöglichen: Eine wesentliche Voraussetzung für soziale Teilhabe und Lebensqualität.