Ehrenamtlicher Besuchs- und Begleitdienst für NS-Verfolgte
- Ansprechpartner:in: Dr. Jost Rebentisch
- Organisation: Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.
- Themen: Soziales, Wohnen und Nachbarschaft, Integration und Diskriminierung
- Zielgruppen: ältere Menschen, hilfe- oder pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, finanziell oder sozial schlechter gestellte Menschen
- Ort: Köln
Wir zeigen den Menschen, die Verfolgung erlebt haben: Ihr seid nicht vergessen. Eure Geschichte zählt, eure Würde zählt. Und ihr gehört bis heute in die Mitte unserer Gesellschaft.
Der ehrenamtliche Besuchs- und Begleitdienst des Bundesverbands unterstützt hochbetagte Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung sowie deren Angehörige im Alltag. Ehrenamtliche besuchen die Betroffenen regelmäßig, begleiten sie zu Arztterminen, Behörden oder kulturellen Angeboten, helfen bei alltäglichen Herausforderungen und schenken vor allem Zeit, Aufmerksamkeit und menschliche Nähe. Das Angebot reagiert auf die besondere Situation vieler Überlebender, die als "Kontingentflüchtlinge" seit den 1990er Jahren nach Deutschland gekommen sind und aufgrund ihres hohen Alters, gesundheitlicher Einschränkungen, Sprachbarrieren oder fehlender familiärer Netzwerke von Isolation bedroht sind. Die ehrenamtliche Begleitung stärkt ihre soziale Teilhabe, fördert Selbstbestimmung und trägt dazu bei, dass sie möglichst lange in ihrem vertrauten Umfeld leben können. In den Begegnungen entstehen Räume für Gespräche und den Austausch von Lebenserfahrungen. So verbindet das Engagement praktische Unterstützung mit gelebter Erinnerungskultur und gesellschaftlicher Verantwortung. Viele Ehrenamtliche kommen selbst aus Familien, die von der NS-Verfolgung betroffen waren. Besonders ist die langfristige und persönliche Ausrichtung des Angebots: Viele Begleitungen bestehen über Jahre hinweg und schaffen vertrauensvolle Beziehungen. Der Besuchs- und Begleitdienst leistet damit einen wichtigen Beitrag gegen Einsamkeit und für die Sichtbarkeit der Erfahrungen von NS-Verfolgten in der Gegenwart.