Kinder- und Jugendrat des Bundesverbands behinderter Pflegekinder e.V.

Kinder- und Jugendrat des Bundesverbands behinderter Pflegekinder e.V.
Foto: Doro Zinn
  • Ansprechpartner:in:  Gerhard Schindler
  • Organisation:  Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V.
  • Themen:  Inklusion, Soziales, Demokratie und Partizipation, Bildung
  • Zielgruppen:  Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, hilfe- oder pflegebedürftige Menschen, Sonstige
  • Ort:  Papenburg

„Wir wollen erst kennengelernt werden, bevor man über uns entscheidet." Diese Forderung stammt von Aurel, einem Gründungsmitglied des Kinder- und Jugendrates. Sie bringt auf den Punkt, worum es beim Engagement geht: nicht über Pflegekinder mit Behinderung zu urteilen, sondern sie als Menschen mit eigener Stimme wahrzunehmen. Kinder mit Behinderung sind kein Verwaltungsakt. Sie sind in erster Linie Kinder und wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft.

Gerhard Schindler

Der Kinder- und Jugendrat ist ein Gremium des Bundesverbandes behinderter Pflegekinder e. V. (BbP), in dem sich Pflege- und Adoptivkinder mit Behinderung selbst vertreten. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von etwa 5 bis 26 Jahren treffen sich regelmäßig, um eigene Themen zu setzen und ihre Anliegen mit einer gemeinsamen Stimme in den Verband und in den politischen Willensbildungsprozess zu tragen. Neben Pflege- und Adoptivkindern sind auch ehemalige Pflegekinder, Geschwister und Assistenzkräfte beteiligt. Alle haben selbst entschieden, mitmachen zu wollen. Der Kinder- und Jugendrat ist bundesweit einzigartig: Während Selbstvertretung in der Behindertenhilfe lange gelebte Praxis ist, steckt sie in der Kinder- und Jugendhilfe noch in den Anfängen. Alle Beteiligten sind Expertinnen und Experten in eigener Sache. Sie haben gemeinsam einen eigenen Song geschrieben, Interviews geführt, sich in Münster, Köln, Berlin und Haltern am See getroffen und ihre Anliegen in Form einer Handreichung an das Bundesfamilienministerium übergeben. Zur Kommunikation benötigen viele eine Assistenz und Hilfsmittel. Ein Austausch gelingt am besten in einem geschützten, angeleiteten Rahmen. Genau in dieser individuellen Begleitung liegt die eigentliche Herausforderung, die ein besonderes Fingerspitzengefühl für das Spannungsfeld zwischen Empowerment und Schutzauftrag braucht. Im Juli 2026 hat der Kinder- und Jugendrat einen Namen bekommen: „Mittendrin – Junge Selbstvertretung“ (MiJuS).

Nominiert für den
Deutschen Engagementpreis
2026