Jihan Alomar
- Ansprechpartner:in: Jihan Alomar
- Organisation: Jihan Alomar
- Themen: Bildung, Demokratie und Partizipation, Bürger- und Menschenrechte, Engagement für Engagement, Geschlechtergerechtigkeit, Integration und Diskriminierung, Soziales
- Zielgruppen: Kinder und Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen, Männer, LGBTQI+
- Ort: Tübingen
"Nehmt euer Leben in die Hand, tut etwas Positives, lasst euch nicht von schlimmen Erfahrungen und Ereignissen aus der Vergangenheit bremsen, kümmert euch um andere Menschen, aber auch um euch selbst" - mit diesen Worten beende ich oft meine Workshops und Lesungen und ich meine das wirklich ernst. Die Ereignisse während der zehn Monate in IS-Gefangenschaft dürfen meinen Lebensweg nicht bestimmen, auch wenn sie mich geprägt haben.
Ich habe meine Erlebnisse als zehnjähriges Kind in der Gefangenschaft des IS in meinem Buch dokumentiert und spreche bei meinen Veranstaltungen über das unendliche Leid und den Schmerz der Jesidinnen und Jesiden, aber auch offen über mein eigenes Trauma. Ich kämpfe mit meinen Lesungen und Vorträgen in Schulen, Jugendorganisationen und Universitäten für die jesidische Gemeinschaft, aber auch für unterdrückte Menschen auf der ganzen Welt. Ich verstehe mich als Aktivistin für Menschenrechte und für Frauenrechte. Konkret spreche ich in meinen Veranstaltungen zunächst über den Krieg im Nordirak im Jahr 2014 und den Genozid an den jesidischen Menschen, Geschehnisse, die in Deutschland kaum bekannt sind. Ich gehe aber auch immer auf das Thema Krieg im Allgemeinen und aktuelle Krisensituationen ein sowie auf die grausamen Konsequenzen für Frauen und Kinder. Dabei geht es vor allem um das Thema Vergewaltigung als Kriegswaffe, wovon die Frauen meiner Familie unmittelbar betroffen sind. Ich habe mittlerweile auch viele Veranstaltungen zu Rassismus und Diskriminierung durchgeführt. Außerdem entwickele ich meine Workshops immer weiter, so habe ich zum Beispiel gerade mit einer Gruppe von FSJ-Praktikanten ein Schreibprojekt durchgeführt. Die Teilnehmenden haben u.a. Briefe an die im Nordirak lebenden Kinder geschrieben, die ich seit Jahren durch mein Projekt "Dankbarkeit" unterstütze. Gegenwärtig arbeite ich an einem zweiten Buch und an meinem ersten Dokumentarfilm als Regisseurin.